Bösartiger Hirntumor Glioblastom

Vielleicht sind es starke Kopfschmerzen, vielleicht Sehbeschwerden, Lähmungserscheinungen oder epileptische Anfälle, die sich innerhalb kurzer Zeit entwickeln – die Symptome eines Hirntumors sind von Fall zu Fall verschieden. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie werden im Laufe weniger Wochen stärker und treten häufiger auf.

Bevor ein Arzt sich auf die Diagnose „Glioblastom“ (Glioblastoma multiforme) festlegt, wird er eine gründliche neurologische Untersuchung veranlasst haben und sich nicht nur auf das Ergebnis einer Computertomografie (CT) stützen, sondern zusätzlich auch auf die Diagnose mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) und Kontrastmitteldarstellung.

Der Arzt weiß nämlich genau, dass er mit dieser Diagnose das Todesurteil seines Patienten verkündet: Bei einem Glioblastom, einem besonders aggressiven Gehirntumor, steht bisher keine erfolgreiche Therapie zur Verfügung und die durchschnittliche Lebenserwartung bei einer Erkrankung liegt unter einem Jahr.

Glioblastom Prognose: bislang unaufhaltsame Krebsvariante

Mag der Anteil der primären Hirntumore mit ungefähr 1,5% aller Krebsneuerkrankungen vergleichsweise niedrig sein, so ist die Verlaufsprognose bei ihnen so schlecht wie bei kaum einer anderen Krebsart.

Ein Viertel dieser primären Gehirntumore, die also nicht als Folgetumor einer anderen Krebserkrankung auftreten, sind Glioblastome – und damit zumindest heute noch unheilbar.

Seine Therapieresistenz erklärt sich mit einer Eigenschaft, die ihn von anderen Hirntumoren unterscheidet: Während die deutlich abgegrenzt auftreten und oft mit gutem Erfolg komplett entfernt werden können, beginnt das Glioblastom sehr früh, das umgebende Gewebe zu durchdringen und sich so wie ein Pilzgeflecht zwischen den gesunden Gehirnzellen hindurchzuschlängeln.

Glioblastome können in jeder Region des Gehirns auftreten, was die unterschiedlichen Symptome und Beeinträchtigungen erklärt.

Ursachen und Auslöser für Glioblastome noch unbekannt

Bis heute gibt es keine gesicherten Erkenntnisse über mögliche Ursachen eines Glioblastoms. Weder konnten genetische Faktoren noch elektromagnetische Felder durch Stromleitungen, Handys oder andere Geräte als Auslöser nachgewiesen werden.

Einzig gesichert ist, dass hohe radioaktive Strahlung durch Zellschädigungen Glioblastomen hervorrufen kann – wie aber auch andere Krebsarten. Wo es keine klar erkennbaren Krankheitsauslöser gibt, können leider auch keine Risikofaktoren definiert und vorbeugende Empfehlungen gegeben werden.

Das durchschnittliche Alter der Erkrankung liegt nach Erkenntnissen der Deutschen Tumorhilfe zwischen 50 und 60 Jahren. Ein weiterer Anstieg ist nach dem 70. Lebensjahr zu verzeichnen. Männer erkranken doppelt so oft an diesem Krebs wie Frauen.

Therapien verlängern Lebenserwartung bei Glioblastom nicht viel

Nach der Diagnose „Glioblastom“ kann der Krankheitsverlauf durch Therapien verzögert werden. Da eine Heilung nach dem derzeitigen Stand der Medizin nicht möglich ist und die weitere Lebenserwartung meist Monate beträgt und nur selten mehrere Jahre erreicht, sollten Erkrankte und Angehörige sofort durch Psychologen und Seelsorger betreut werden.

Standardmäßig wird in einer Operation versucht, das Tumorgewebe weitestgehend zu entfernen. Je nach Lage im Gehirn ist dies mehr oder weniger erfolgreich möglich, ohne wesentliche Gehirnfunktionen zu schädigen. Durch die Kombination mit einer Bestrahlungstherapie über viele Wochen können weitere Krebszellen zerstört werden.

Die schnelle und stark verzweigende Ausbreitung des Gliobastoms macht aber einen vollkommenen Erfolg bisher unmöglich und es kommt bald zu erneutem Wachstum. Auch mittels Chemotherapie kann die Ausbreitung vorübergehend eingedämmt werden, aber der Zeitgewinn liegt ebenfalls bei wenigen Monaten.

Versuche der Alternativmedizin, den Krebs durch Hemmung möglicher Wachstumsfaktoren zu bekämpfen, sind bisher ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt.pm

Wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in einer Pressemitteilung vom Mai 2010 mitteilte, bildeten sich bei Ratten „fortgeschrittene Glioblastome nach einer Behandlung mit Parvoviren vollsta?ndig zuru?ck, die Tiere u?berlebten signifikant la?nger als unbehandelte Artgenossen“. Ob sich dieser Hoffnungsschimmer auf den Menschen übertragen läßt, wird seit 2011 in einer klinischen Studie an der Uniklinik Heidelberg geprüft.

Weitere Informationen
Deutsche Hirntumorhilfe
Deutsches Gliomnetzwerk
Glioblastom Forum für Betroffene

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