Darmkrebsvorsorge: Darmkrebstest für Darmkrebs Früherkennung ab welchem Alter?

„Derzeit erkranken in Deutschland jährlich etwa 73.000 Menschen neu an Darmkrebs, 26.300 sterben daran. Männer erkranken an dieser Krebsart im Durchschnitt mit 69 Jahren, Frauen mit 75 Jahren“, informiert die Deutsche Krebshilfe, die Früherkennungstests ab 50 Jahren, Darmspiegelung ab 55 Jahren als sinnvolle Vorsorgemaßnahme empfiehlt.

Als dritthäufigste Krebserkrankung nach Prostata- und Brustkrebs ist Darmkrebs in Deutschland also registriert – damit ist nicht zu scherzen. Deshalb ist es verwunderlich, dass die Darmkrebsvorsorge so oft ignoriert wird. Denn mit einer Darmkrebs Vorsorgeuntersuchung senkt man sein Risiko, an Darm Krebs zu sterben, deutlich.

Eine Studie aus Großbritannien hat belegt, dass allein durch eine einmalige Darmspiegelung (Koloskopie) die Wahrscheinlichkeit, an unentdecktem Darmkrebs zu erkranken, um 33 Prozent sinkt und die Wahrscheinlichkeit, an einem Tumor im Darm zu sterben, um 43 Prozent verringert wird! Ab dem 50. Lebensjahr sollte man, so die Empfehlung, alle zwei Jahre den Test auf okkultes Blut im Stuhl machen, alle zehn Jahre eine Darmspiegelung.

Leider spürt man den beginnenden Darmkrebs nicht

Wenn Symptome wie hartnäckige Verstopfung, plötzlicher Durchfall, Blut im Stuhl oder krampfhafte Bauchschmerzen auftreten, befindet sich der Darmkrebs meist schon in fortgeschrittenem Stadium, denn einen beginnenden Darmkrebs spürt man nicht.

Zu 90 Prozent entwickeln sich solche bösartigen Tumore im Darm aus Polypen (Adenomen), kleinen gutartigen Wucherungen in der Darmschleimhaut. Genetische Veranlagung können den Krebs begünstigen, ebenfalls aber auch falsche Ernährung, ungesunde Lebensweise oder chronische Darmentzündungen. Die entstehenden Geschwüre wachsen nicht nur lokal, sondern können Metastasen im ganzen Körper bilden.

Darmkrebsvorsorgetest: Hohe Früherkennungsrate durch Darmspiegelung

Bei frühzeitiger Entdeckung kann Darmkrebs geheilt werden, aber diese frühzeitige Entdeckung geschieht fast nur durch Krebsvorsorgeuntersuchungen. Die Erfahrungen belegen, dass in sechs von zehn Fällen der Tumor bei einer Darmspiegelung gefunden wird. Deshalb steht der negative Ruf, der ihr vorauseilt, in keinem Verhältnis zu ihrem Erfolg.

Bei der Einführung der kleinen Sonde in den Darm können nicht nur Krebsgeschwüre, sondern auch gutartige Polypen entdeckt entfernt werden, bevor sie die Chance haben, sich zu Krebs zu entwickeln. Sie werden mittels kleiner Schlinge gleich vorsorglich entfernt.

Eine leichte Betäubung sorgt dafür, dass die Untersuchung nicht schmerzhaft ist. Es ist wohl mehr das Gefühl, dass bei dieser Untersuchung das Schamgefühl verletzt wird, das so manchen von einer Darmvorsorgeuntersuchung abhält. Zumal eine Darmspiegelung ist auch eine kostspielige Angelegenheit ist.

Wer selbst vorsorgen will, kann sogar jährlich Tests machen, manche davon wie etwa der Antikörpertest sogar zuhause in Eigenregie:

Nichtinvasie Früherkennungstests für Darmkrebs vor einer Darmspiegelung

  • Guajakbasierter Stuhlbluttest, ‚Löschblatt-Test‘
    Eine weitere Methode zur Darmkrebsdiagnostik ist der so genannte Guajakbasierte Stuhlbluttest, mit dem fäkales okkultes Blut festgestellt wird. Dabei muss der Patient geringe Mengen Stuhl auf einen Papierstreifen streichen, der dann anschließend im Labor über die Pseudoperoxidasaktivität nach Spuren von Blut untersucht wird, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
    Die Erfolgsrate für diesen Test beträgt jedoch nur rund 20–40 Prozent bei Kolonkarzinomen. Außerdem reagiert der Test auch bei Blut aus Hämorrhoiden, aus Nasenbluten oder Zahnfleischbluten und reagiert zudem falsch positiv auf das tierische Eiweiß Myoglobin, wenn man also zuvor Fleisch gegessen hat.
    Auf Vitamin C-reiche oder peroxidasehaltige Nahrung wie rohes Fleisch, frisches Obst und Gemüse wie etwa Tomaten, Rettich oder Blumenkohl gibt es ebenfalls einen falsch positiven Befund – der Patient wird überflüssigerweise beunruhigt.
    Ist zu wenig Blut im Stuhl, reagiert der Test falsch negativ, weil er den Blutverlust nicht erkennen kann. Die Fehlerquote ist also beträchtlich und muss durch eine entsprechende Diät vor dem Test gesenkt werden.
  • Enzym-Stuhltest auf Tumormarker
    Das Enzym ‚Tumor M2-PK’ wird heute ebenfalls zur Darmkrebsfrüherkennung genutzt. Die Tumor-M2-Pyruvatkinase ist ein Enzym, das nur im Tumorstoffwechsel und in fötalem Gewebe vorkommt und im Stuhl nachgewiesen werden kann. Die Erkennungsrate mit diesem Test liegt zwischen 56 und 85 Prozent, wie eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg im Jahr 2007 ergab.
  • Selbstdiagnostikum: Antikörpertest auf fäkales okkultes Blut (FOB)
    Verstecktes Blut im Stuhl kann aber auch durch einen Antikörpertest aufgespürt werden, der auf menschliches Hämoglobin reagiert.

Die Nützlichkeit verschiedener Tests wie Guajaktest, FOB-Test, Antikörpertest (fecal immunochemical test), Sigmoidoskopie, Colonographie & Co.  für Darmkrebsfrüherkennungs-Screenings wurde von Braden J. Manns und Kollegen in einer Studie (2010) an der University of Calgary untersucht.

Ergebnis: Der Antikörpertest reduziert das Risiko von Darmkrebserkrankung und Tod durch Darmkrebs und senkt zudem die Gesundheitskosten. („Conclusions: CRC screening with FIT reduces the risk of CRC and CRC-related deaths, and lowers health care costs in comparison to no screening and to other existing screening strategies. Health policy decision makers should consider prioritizing funding for CRC screening using FIT.„)

Blut im Stuhl – Ursachen

Wer z. B. bei einem Selbsttest auf verstecktes Blut fündig wird, muss nicht gleich das Schlimmste befürchten, auch wenn es natürlich dringend empfohlen wird, sofort einen Arzttermin auszumachen, um eine fachgerechte gründliche Diagnose zu erstellen.

Blut im Stuhl kann verschiedene Ursachen haben, es muss nicht immer Darmkrebs sein. Sichtbares Blut im Stuhl kann z. B. durch Hämorrhoiden verursacht werden, durch Darmpolypen, Parasiten oder Geschwüre wie Magengeschwür oder Zwölffingerdarmgeschwür.

Aber auch bestimmte Medikamente können der Auslöser sein wie z. B. Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) oder Antidepressiva wie (Selektive) Serotonin-Wiederaufnahmehemmer ((S)SRI). Es ist also bei der Diagnose Blut im Stuhl in jedem Fall sinnvoll, möglichst umgehend die Ursachen zu klären.

Durch Vorbeugung das Risiko für Darmkrebs vermindern

Da heute zu einem hohen Anteil die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten für den Darmkrebs verantwortlich gemacht werden, kann man auch selbst etwas tun, um einer Erkrankung vorzubeugen: Eine ausgewogene Ernährung, die Übergewicht vermeidet, eine ballaststoffreiche Ernährung zur Regulierung der Verdauung und ausreichend Bewegung senken das Krebsrisiko ebenso wie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol.

Die Alternativmedizin empfiehlt beim Darmkrebs wie auch bei anderem Krebs vor allem eine Entgiftung des Körpers und die Stärkung des körpereigenen Immunsystems. Die Übersäuerung des Körpers durch hochdosiertes natürliches Vitamin C wird ebenfalls von vielen Heilpraktikern im Kampf gegen den Krebs eingesetzt, ebenso wie die mittlerweile auch von vielen Schulmedizinern anerkannte Misteltherapie.

Literatur

2 Kommentare

  1. Hallo,
    Meine beiden Eltern sind an Dickdarmkrebs gestorben.
    Ich im 2.Jahrhundert-Alter- habe Angst vor dieser Erkrankung,
    da diese durch Vererbung weiter gegeben geben kann.
    l.g.gerhoff

  2. Lieber Besucher,
    zwar kann eine erbliche Schwäche vorliegen, aber das heißt zum Glück nicht, daß man als Kind automatisch diese Krankheit bekommt. Wie die noch neue Wissenschaft der Epigenetik in Einzelstudien zeigen konnte, kann die persönliche Lebensweise dazu führen, daß bestimmte Genabschnitte aktiviert werden oder eben nicht.

    Wenn Sie erblich vorbelastet sind, ist es sicher sinnvoll, daß Sie sich von einem Arzt regelmäßig untersuchen lassen und den Arzt befragen, was Sie vorbeugend tun können, um das Risiko einer Erkrankung möglichst gering zu halten. Denn aus einer Langzeitstudie mit mehreren hunderttausend Menschen, der so genannten EPIC-Studie, konnten Wissenschaftler bereits Empfehlungen ziehen.

    Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIFE) zogen aus der EPIC-Studie den Schluß, daß man das Risiko einer Erkrankung an Dickdarmkrebs senken kann, wenn man möglichst wenig rotes Fleisch (v.a. Rindfleisch) ißt und sich zudem ballaststoffreich mit viel frischem Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ernährt (vgl. den Artikel in der Ärztezeitung).

    Außerdem wird Rauchen als risikofördernd eingestuft – für Raucher gilt also: Zigaretten weglassen ist ebenfalls eine gute Idee.

    Wir hoffen, daß Ihnen diese Informationen weiterhelfen.

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