Hilfseinsätze in Ebola-Gebieten: Deutsches Rotes Kreuz bittet um Helfer und Spenden

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt in Westafrika die nationalen Rotkreuzgesellschaften der von Ebola betroffenen Länder. Zusätzlich erweitert und verstärkt das DRK eine bereits vom Internationalen Roten Kreuz betriebene Behandlungsstation für Ebola-Kranke (Ebola Treatment Center) in Sierra Leone und wird in Liberia (Monrovia) mit personeller und logistischer Unterstützung der Bundeswehr eine Behandlungsstation für Ebola-Kranke (Ebola Treatment Center) betreiben.

Was macht das DRK aktuell?

  • Das DRK hatte am 8. Oktober jeweils ein Erkundungsteam nach Liberia und nach Sierra Leone entsandt, um wesentliche Informationen für die konkreten weiteren Schritte zu ermitteln. Die Erkundungen sind nun abgeschlossen, die Teams kehren zurück. Aufbauend auf ihren Erkenntnissen wird die Hilfe nun konkret vorbereitet.
  • In Sierra Leone wird ab sofort in Kenema ein Ebola-Behandlungszentrum, von derzeit 20 Betten (betrieben vom Internationalen Roten Kreuz), vom DRK izunächst auf bis zu 100 Betten erweitert. Die ersten DRK-Helfer sind bereits vor Ort im Einsatz. Das DRK hat auch die Leitung des Behandlungszentrums vor Ort übernommen.
  • In Liberia übernimmt das DRK in Monrovia Mitte November ein Behandlungszentrum, das die Weltgesundheitsorganisation WHO derzeit fertigbaut. Das DRK liefert die medizinische Ausstattung für dieses Krankenhaus und wird es mit personeller Unterstützung  durch die Bundeswehr betreiben. Der Betrieb wird noch im November aufgenommen mit dem Ziel, zunächst bis zu 100 Ebola-Kranke medizinisch zu versorgen. Die Bundeswehr beteiligt sich mit Sanitätspersonal, das dem DRK unterstellt wird. Die ersten drei (technischen) Helfer des DRK fliegen Ende der Woche nach Liberia.
  • In den nächsten Wochen sind mehrere Hilfsflüge des DRK nach Westafrika geplant, um Material für die beiden Gesundheitsstationen zu liefern.
  • Beide Projekte sind mit finanzieller Hilfe der Bundesregierung auf zwölf Monate angelegt.
  • In Intensivkursen in Würzburg werden aktuell die Freiwilligen auf ihren Einsatz vorbereitet. Diese Kurse werden vom DRK in Zusammenarbeit mit dem Missionsärztlichen Institut und der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg ausgerichtet. Auf dem Lehrplan des zweitägigen Kurses steht insbesondere der richtige Umgang mit der Schutzausstattung, mit Mitteln und Wegen der Desinfektion oder Patientenscreening. Die Kursinhalte wurden von Ärzte ohne Grenzen (MsF) entwickelt und dem DRK zur Verfügung gestellt.

Wie viele Freiwillige haben sich gemeldet?

Stand: 23.10. 18:00 Uhr

  • Gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium und der Bundesärztekammer hat das DRK am 25. September medizinisches Personal aufgerufen, sich für den schwierigen Einsatz in Westafrika zu melden.
  • Bisher haben sich 2071 Interessenten gemeldet, 576 haben sich konkret beworben. Davon sind 237 Personen grundsätzlich für den schwierigen Einsatz geeignet, darunter 94 Ärzte. Zugleich  gehen nach wie vor weitere Bewerbungen ein und es sind noch nicht alle vorliegenden Bewerbungen final ausgewertet.
  • Die Freiwilligen werden nach Kriterien wie Berufserfahrung, Tropentauglichkeit und Englischkenntnissen ausgewählt.

Wir suchen weiterhin medizinisches Personal, der Aufruf ist nach wie vor aktuell. Denn es ist wichtig, daß das Personal häufig gewechselt wird: Die Arbeit ist körperlich und seelisch sehr anstrengend und die Patienten müssen intensiv betreut werden. Häufiger Personalwechsel senkt die Belastung für den Einzelnen und hält die Konzentration bei der Arbeit hoch.

Medizinisches Personal wird vor Abreise und fortlaufend vor Ort geschult und soll alle 4 Wochen ausgetauscht werden.

Welche Qualifikationen sollte ich haben, um zu helfen?

Für den Einsatz wird dringend medizinisches Fachpersonal gesucht:

  • Ärzte (auch in Leitungsfunktionen),
  • Kranken- und Gesundheitspflegepersonal,
  • Hebammen,
  • Physiotherapeuten,
  • Pharmazeuten,
  • Labortechniker und
  • Röntgenfachkräfte.

Zudem brauchen wir Techniker (Wasser und Sanitär, Elektriker) und Logistiker. Wer helfen will, kann sich direkt bewerben unter https://drkhrnet.drk.de/Home

Wie kann ich helfen, wenn ich diese Qualifikationen nicht habe?

Auch wer über keine der gesuchten Qualifikationen verfügt, kann helfen, dass Ebola so schnell wie möglich eingedämmt wird. Der Einsatz des DRK in Westafrika wird zum Teil von der Bundesregierung finanziert. Darüber hinaus unterstützt das DRK mit Spendengeldern die dringend notwendige Stärkung der lokalen Gesundheitsstrukturen in der Region, der Ausbildung von Freiwilligen für den Einsatz in Ebola-Gebieten und der Freiwilligen von den Nationalgesellschaften des Roten Kreuzes vor Ort.

Je mehr Menschen direkt in den betroffenen Gebieten aufgeklärt und geschult werden können, desto eher wird eine weitere Ausbreitung verhindert. Das DRK benötigt für seinen Kampf gegen Ebola dringend Spenden:

Spendenkonto: IBAN DE63370205000005023307

BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft)
Alternativ: Kto.: 41 41 41 BLZ: 37020500
Stichwort: Ebola

Quelle: Pressemitteilung des DRK vom 24.10.14

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