Moskitonetz: Schutz vor Stechmücken

Stechmücken sind lästig und schwer zu fangen – ein Moskitonetz schützt vor den kleinen Quälgeistern und sorgt für ruhigen Schlaf. Sirrrrrr – kaum ist man am Einschlafen, naht ein kleiner, gemeiner Feind: die Schnake, wie die Stechmücke im süddeutschen Raum genannt wird. Der fiese Blutsauger warnt Leute mit guten Ohren allerdings durch ein ebenso fieses hohes Sirrgeräusch vor… und das bedeutet trotz KABS in der Rheingegend zahlreiche Nächte, in denen man sich schlaflos im Bette wälzt.

Dreitagesfieber: Malaria in Deutschland?

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Malaria, hierzulande Wechselfieber oder Marschenfieber genannt, in feuchten Gebieten etwa am Meer oder in den Überschwemmungsgebieten von Flüssen eine Plage.

Flussbegradigung und Austrocknung von Sümpfen dämmten die Malaria tertiana ein. Diese auch Dreitagesfieber genannte einheimische Malaria wird von den Erregern Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale hervorgerufen – und wurde durch die in Europa heimische Malariamücke Anopheles atroparvus übertragen. Sie ist zum Glück nicht so schlimm wie die heutzutage bekanntere tropische Malaria, Malaria tropica.

KABS bekämpft Schnakenmit Bakterien

Die KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) arbeitet seit 1976 daran, „die ‚Schnakenplage‘ im Bereich der Oberrheinebene unter Schonung der Umwelt mit ökologisch vertretbaren Maßnahmen einzudämmen“. Dazu bringt sie in den Überschwemmungsgebieten des Rheins Bti-Eisgranulat aus. Das darin enthaltene Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.) entwickelt im Körper der Larven ein Gift und tötet sie.

Tropische Stechmücken in Deutschland

Der Klimawandel mit zunehmend milden Wintern und der globale Reiseverkehr sorgen dafür, dass in Deutschland mittlerweile Stechmückenarten zu finden sind, die gefährliche Krankheiten übertragen können: Die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) kann etwa das West-Nil-Virus übertragen, Aedes albopictus, die Asiatische Tigermücke, kann das Dengue-Fieber übertragen.

Stechmücken: wie schütze ich mich?

Sich vor Stechmücken zu schützen ist also sinnvoll. Da sie sich vor allem in stehenden Gewässern vermehren, sollte man darauf achten, im Garten und auf dem Balkon keine dauerhaften Minitümpel einzurichten. Auch Wassertonnen sind beliebte Brutplätze – man sollte sie also mit einem gut schließenden Stück Moskitonetz abdecken oder mit Bti-Tabletten impfen.

Wo bekommt man die? KABS hilft weiter: „Für Bürger aus den Mitgliedergemeinden der KABS e.V. liegen die biologischen B.t.i.-Tabletten zur Bekämpfung der Hausmücken (Culex pipiens) in Regentonnen und anderen Wasseransammlungen auf dem Rathaus bereit,“ informiert der Verein auf seiner Webseite. Wer nicht in einer Mitgliedergemeinde lebt, kann kommerzielle B.t.i.-Tabletten kaufen.

Insektenschutzgitter an den Fenstern und Moskitonetze über dem Bett helfen ebenfalls, die Wohnung mückenfrei zu halten. Wer sich abends im Freien aufhalten will, kommt in stechmückenreichen Jahren über ein Repellent wohl nicht herum.

Angelockt werden die Stechmücken von verschiedenen körperlichen Ausdünstungen: CO2 ebenso wie Milchsäure und Schweiß riechen für Schnakenweibchen verführerisch. Viel Wasser und Seife sowie gutes Deo können also die Angreiferzahlen zumindest zeitweilig mindern.

Allerdings sollen die ätherischen Öle von Lavendel, Basilikum und Minze die kleinen Vampire abschrecken – Kräuter pflanzen und die Blätter zwischen den Händen zerreiben ist also auch eine gute Idee für Hausgarten und Balkon.

Weitere Informationen
Mückenatlas
KABS

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