Reha-Maßnahmen: Drastischer Rückgang der Anträge für Kinder

Rund 11 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren leben in Deutschland. Davon leiden rund 1,8 Millionen an Übergewicht (Adipositas), eine Million an psychischen Erkrankungen und 600.000 an Asthma: Gleichzeitig gingen seit 2007 innerhalb von 5 Jahren die Anträge für Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg um 22 Prozent zurück.

Bundesweit ist der Trend ähnlich: Wurden 2007 bundesweit noch 85 166 Anträge gestellt, waren es 2011 nur noch 72 186. Das ist ein Minus von 15,2 Prozent.

In Baden-Württemberg  beantragten 2012 nur noch rund 5.000 Eltern eine Rehabilitation für ihr erkranktes Kind. „Woran das liegt, ist uns ein Rätsel“, sagt Hubert Seiter, Geschäftsführer des gesetzlichen Rentenversicherungsträgers im Land. Die vier- bis sechswöchigen Reha-Maßnahmen kosten jährlich rund 15 Millionen Euro. „Wir wollen aber, dass möglichst alle jungen Leute gesund ins Berufsleben starten können. Deswegen ist das eine gute Investition“, ist sich der Geschäftsführer der DRV Baden-Württemberg sicher.

Dass die gesetzliche Rentenversicherung auch kranken Kindern und Jugendlichen eine Prävention oder Rehabilitation ermöglicht und bezahlt, wissen viele Eltern gar nicht. Hier setzt auch das Kooperationsabkommen mit dem Landesverband der baden-württembergischen Kinder- und Jugendärzte an, das die DRV Baden-Württemberg geschlossen hat. Über dieses sollen Eltern auf die Leistung der Rentenversicherung aufmerksam gemacht werden. Nach der Reha wird der Rehabilitationserfolg außerdem durch regelmäßige Nachsorgetermine überprüft.

„Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind allein weg muss oder während der Zeit wichtigen Schulstoff verpasst. Diese Ängste sind jedoch unbegründet“, versichert Hubert Seiter. Grundsätzlich werden Kinder bis zum achten Lebensjahr regelmäßig von einem Elternteil begleitet. Auch sind die Rehakliniken darauf eingerichtet, dass Kinder und Jugendliche schulisch nicht ins Hintertreffen geraten, denn mit der Heimatschule wird der Schulstoff abgestimmt. Ebenfalls vielen unbekannt ist, dass die gesetzliche Rentenversicherung bei schweren Fällen auch familienorientierte Reha-Maßnahmen bewilligt. Dies ist angezeigt, wenn mehrere oder sogar alle Familienmitglieder eine Reha benötigen.

Quelle: Pressemitteilung der DRV

 

 

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