Salmonellen vorbeugen: Salmonellenerkrankung macht keinen Spaß

Salmonellen: Man sieht sie nicht, man riecht sie nicht, man schmeckt sie nicht. Salmonellen, die klingen, als wären sie mit den Lachsen verwandt, sind in Wirklichkeit Bakterien. Eine Salmonellenerkrankung oder Salmonellenvergiftung kann beim Menschen als Symptome schweres Bauchgrimmen, Durchfall, schmerzhafte Krämpfe und Entzündungen hervorrufen und im Extremfall sogar zum Tode führen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtet, dass die Salmonellose in Deutschland zu den

„häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt“ gehört, 90 Prozent der lebensmittelbedingten Infektionen seien auf Salmonellen zurückzuführen.

Dabei kann man sich mit relativ einfachen Hygienevorkehrungen eigentlich gut vor den stäbchenförmigen Erregern schützen. Dennoch sind Salmonellen weltweit die häufigste Ursache für schwere Erkrankungen nach dem Genuss von Lebensmitteln. Man kennt rund 2.000 Salmonellenarten, von denen sechs Prozent den Menschen gefährlich werden können.

Die Unterbrechung von Lebensmittel-Kühlketten sowie mangelhafte Hygiene sind – in Kombination mit der Anspruchslosigkeit, Anpassungsfähigkeiten und schnellen Vermehrung der Salmonellenbakterien – die Hauptursachen dafür, dass die Bakterien in Lebensmitteln eine für den Menschen ‚kritische Dosis’ erreichen. Besonders gefährdet sind alle diejenigen, deren Immunsystem geschwächt ist: Säuglinge, alte Menschen und Kranke.

Welche Lebensmittel werden gern von Salmonellen befallen?

Als die wichtigsten Übertragungsquellen für Salmonellen gelten Geflügel, rohes Fleisch wie etwa Hackfleisch, die Auftauflüssigkeit von gefrorenem Fleisch oder Geflügel, Eis, Eier und mit Eiern hergestellte Speisen wie Mayonnaise. Doch spätestens seit 2008 ist bekannt, dass auch Obst und Gemüse von Salmonellen befallen sein können.

Salmonellose: Salmonellenerkrankung ist meldepflichtig

Salmonellose heißt es, wenn man an Salmonellen erkrankt ist. Und das muss man melden, beziehungsweise der Arzt, der die Diagnose stellt. Denn Salmonellose ist nach dem Infektionsschutzgesetz Deutschlands eine der meldepflichtigen Krankheiten. Schon der Verdacht auf Salmonellose ist dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden.

Ansteckungsgefahr bei Salmonellen

Eine Ansteckung mit Salmonellen kann nicht nur über verseuchte Lebensmittel erfolgen, sondern auch über den Kontakt mit infizierten Tieren, ihrem Kot oder durch engen Kontakt mit Menschen, die eine Salmonellose haben. Hygiene ist hier das A und O, um die Ansteckungsgefahr zu senken.

Gefährlich ist die Salmonellenerkrankung vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem, z. B. für Kleinkinder oder alte Leute oder AIDS-Patienten. Wegen des starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes bei Brechdurchfall ist es auf jeden Fall wichtig, schnell für einen Ausgleich zu sorgen, damit der Erkrankte nicht austrocknet.

Wer an Salmonellose erkrankt ist, sollte übrigens die Küche meiden: Noch Wochen oder in schlimmeren Fällen sogar Monate nach den ersten Symptomen kann man Salmonellen ausscheiden. Deshalb sollte man nach einer Salmonellenerkrankung für peinlichste Hygiene sorgen, häufig die Hände waschen und möglichst keine Mahlzeiten für andere Menschen zubereiten.

Symptome und Inkubationszeit bei einer Salmonellen Vergiftung

Die Inkubationszeit, also die Zeit, die es braucht, bis sich nach dem Kontakt mit Salmonellen erste Anzeichen einer Salmonellenerkrankung zeigen, beträgt üblicherweise zwischen wenigen Stunden und maximal einer Woche. Wer also Symptome wie Erbrechen, wässrigen oder sogar blutigen Durchfall, Fieber und Kollapsneigung feststellt, sollte zum einen zeitnah einen Arzt aufsuchen und zum zweiten überlegen:

  • Welche Lebensmittel habe ich innerhalb der vergangenen Woche gegessen, die möglicherweise die Ansteckung mit Salmonellen hervorgerufen haben könnten?
  • Hatte ich Kontakt mit Reptilien oder Geflügel?

Sind noch Reste der entsprechenden Lebensmittel vorhanden, sollte man den Arzt fragen, ob man Proben davon zur Untersuchung mitbringen soll. Auch vom Erbrochenen und vom Stuhlgang sind Proben für die Diagnose nützlich.

Hygienetipps gegen Salmonellose

Das Robert-Koch-Institut gibt Tipps, wie man einer Ansteckung und Übertragung von Salmonellose vorbeugen kann: Tipp Nr. 1 ist Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen. Vor allem natürlich nach dem Besuch der Toilette. Und selbstverständlich wäscht man sich auch die Hände, bevor man damit beginnt, eine Mahlzeit zuzubereiten.

In Kindergärten und Schulen ist es besonders wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich die lieben Kleinen die Hände waschen, nach der Toilette wie vor dem Essen. Denn viele Kinder halten das Händewaschen für eine Marotte der Eltern und vergessen es gern.

Auch mit der richtigen Aufbewahrung und Verarbeitung von Lebensmitteln kann man einer Salmonellenerkrankung vorbeugen. Salmonellen mögen beispielsweise keine Hitze. Wer also anfällige Lebensmittel wie zum Beispiel eiweißreiche und wasserreiche Speisen (Eier, Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte) mindestens zehn Minuten lang bei über 70° Celsius erhitzt und durchgart, senkt das Salmonellenrisiko erheblich. Das gilt auch fürs Erhitzen oder Kochen mit der Mikrowelle – die Lebensmittel müssen auf über 70° Celsius gebracht werden.

Zwar sind Salmonellen auch keine Fans von niedrigen Temperaturen, sie können jedoch auch bei –20 °C im Gefrierschrank überleben und beginnen ab 7°C sich fröhlich zu vermehren. Wer gefrorene Speisen auftaut, sollte das also im Kühlschrank tun und bei rohem Fleisch, Geflügel oder Meeresfrüchten die Auftauflüssigkeit unbedingt wegschütten.

Keine Reptilien und Kleinkinder im selben Haushalt: Wer kleine Kinder hat, sollte sich von seinen Haustieren aus dem Reptilienreich für einige Jahre verabschieden. Der Kot von Schildkröten, Echsen oder Schlangen enthält häufig Salmonellen, ohne dass die Tiere tatsächlich erkrankt sind.

Es ist fast nicht zu vermeiden, dass die Kinder mit Kotspuren in Kontakt kommen – und gerade die durch Reptilien übertragenen Salmonellen verursachen häufig einen schweren Verlauf der Salmonellenvergiftung, informiert der Bundesverband praktizierender Tierärzte in einer Pressemitteilung vom August 2008.

Salmonellen Enteritis: Therapie bei Salmonellenerkrankung

Bei an sich robusten Menschen, die an Salmonellenvergiftung erkrankt sind, wird häufig nur dafür gesorgt, dass sie genügend Mineralien und Flüssigkeit zu sich nehmen – den Rest erledigt die Natur. Bei schwereren Formen der Salmonellen-Enteritis, wie die Salmonellenerkrankung mit dem Fachbegriff auch heißt, werden jedoch auch Antibiotika als Therapie verabreicht. ms

2 Kommentare

  1. iich habe eine schildkröte zu Hause und muss Daheim immer danach Händewaschen.
    und ich fühle mich immer voll blöd wenn ich das vergessen habe.
    Muss ich immer Händewaschen nach dem angreifen meiner schildkröte..??
    Oder nur wenn iich etwas „bestimmtes“ angreife?

  2. @Linda
    Hallo Linda – das Gefühl gibt die richtige Antwort: Wenn man mit seinem Haustier gespielt hat, hat man dadurch Keime an die Finger bekommen – vielleicht sogar Salmonellen. Deshalb ist es eine gute Idee, anschließend gründlich die Hände zu waschen. Ganz besonders dann, wenn man nach dem Kontakt mit dem Haustier in die Küche geht. Das Händewaschen hilft, eine Ansteckung zu vermeiden.

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