Kalium-, Natrium- und Chloridbedarf: neue Referenzwerte

Wieviel Kalium, Natrium und Chlorid braucht der Mensch, um gesund zu bleiben? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Referenzwerte angepasst.

Welche Aufgaben haben Kalium, Natrium und Chlorid im menschlichen Körper?

Die Nährstoffe Natrium, Chlorid und Kalium sind lebensnotwendig und gehören zu den wichtigsten Elektrolyten im menschlichen Körper. Doch wofür brauchen wir diese drei Mengenelemente? Sie halten den Wasser,- Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt sowie die Gewebespannung im Körper aufrecht.

Natrium und Kalium tragen zudem zum Aufbau der elektrischen Spannung an den Zellmembranen bei und sind daher für die Weiterleitung von Nervenimpulsen und somit für Muskelkontraktionen, Herzfunktion und die Regulation des Blutdrucks von großer Bedeutung.

Natrium ist darüber hinaus an aktiven Zelltransporten beteiligt. Chlorid ist Bestandteil der Magensäure, die der Verdauung und der Abwehr von Krankheitserregern dient.

Kalium ist als Cofaktor von Enzymen an der Bildung von Protein und Glykogen beteiligt und somit für das Wachstum von großer Bedeutung.

Auf Basis neuer wissenschaftlicher Daten hat die DGE die Referenzwerte für die Zufuhr der drei Mengenelemente aktualisiert. Die aktuellen Schätzwerte werden jetzt nicht mehr für eine minimale, sondern für eine angemessene Zufuhr angegeben.

  • Für Natrium liegt der Schätzwert für eine angemessene tägliche Zufuhr bei 1500 mg für Erwachsene.
  • Die überarbeiteten Schätzwerte für eine angemessene Chloridzufuhr betragen für Erwachsene 2300 mg/Tag.
  • Für Kalium wird als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr für Frauen und Männer von 4000 mg/Tag angegeben. Bei Stillenden beträgt der Schätzwert aufgrund eines erhöhten Bedarfs 4400 mg/Tag.

Natrium und Chlorid werden hauptsächlich über Speisesalz (Natriumchlorid) aufgenommen. Die Speisesalzzufuhr in Deutschland liegt über dem Orientierungswert von 6 g/Tag. Dass ein Zusammenhang zwischen der Speisesalzzufuhr und der Höhe des Blutdrucks besteht, ist eindeutig: Eine hohe Speisesalzzufuhr erhöht das Risiko für Bluthochdruck. Bluthochdruck gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Durch einen hohen Speisesalzkonsum erhöht sich somit indirekt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Eine Ernährung, die reich an Kalium ist, kann bei Personen mit Bluthochdruck hingegen blutdrucksenkend wirken und das Risiko für Schlaganfall reduzieren.

Die richtige Dosis Kalium beugt Bluthochdruck und Schlaganfall vor

Zur Prävention von Bluthochdruck und Schlaganfall sollten Verbraucher daher Lebensmittel auf den Speisenplan setzen, die von Natur aus wenig Natrium, aber viel Kalium enthalten. Am besten gelingt das mit unverarbeiteten Lebensmittel wie Gemüse und Obst und einem geringen Verzehr verarbeiteter Lebensmittel.

Hauptquelle für Natrium und Chlorid bzw. Speisesalz sind verarbeitete Lebensmittel wie z. B. Brot, Wurstwaren, Käse, Fischkonserven, Fertigsoßen, Würzmittel und Fertiggerichte wie z. B. Pizza. Lässt man die weitgehend weg, reduziert man seinen Salzkonsum bereits erheblich.

Aber auch in der eigenen Küche kann man Salz einsparen, wenn man z.B. über Fertignahrungsmittel viel Salz gegessen hat: Beim Kochen kann man die Speisen zunächst mit Gewürzen und Kräutern abschmecken, so lässt sich Speisesalz einsparen. Wenn man Speisesalz verwendet, sollte man mit Jod und Fluorid angereichertes Salz oder Kräutersalz bevorzugen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Kalium?

Kaliumreich und gleichzeitig natriumarm sind Gemüse und Obst, ob frisch oder tiefgefroren. Einige Gemüse- und Obstarten wie Aprikosen, Bananen, Karotten, Kohlrabi und Tomaten enthalten viel Kalium. Noch höher ist der Kaliumgehalt dieser Lebensmittel in konzentrierter Form, z. B. bei Tomatenmark oder Trockenobst wie etwa Aprikosen. Auch Kartoffeln, Haselnüsse, Cashewkerne, Mandeln und Erdnüsse sowie Bitterschokolade und einige Mehlsorten wie Dinkel-, Roggen- oder Buchweizenvollkornmehl haben einen hohen Kaliumgehalt.

Als Beispiel, wie die tägliche Kaliumzufuhr von 4000 mg über geeignete Lebensmittel gedeckt werden kann, führt die DGE folgende Liste an:

Lebensmittel Portionsgröße Kaliumgehalt/Portion
2 Scheiben Vollkornbrot 100  g 291 mg
Camembert (mind. 30 % Fett i. Tr.) 60 g 72 mg
1 Banane 150 g 551 mg
2 Kiwis 90 g 288 mg
Kartoffeln, geschält, gegart 200 g 680 mg
1 Stück Lachs, gegart 150 g 594 mg
Rosenkohl, gegart 200 g 686 mg
Mandeln 20 g 135 mg
Mango, Trockenfrüchte 25 g 209 mg
Gemüsepaprika 200 g 520 mg
Summe Kaliumgehalt   4026 mg
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Ernährung

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