Laktose-Unverträglichkeit: Wenn die Milch Bauchweh macht

Manche Menschen leiden nach einem Becher Eis oder einem heißen Milchkaffee mit viel leckerem Schaum plötzlich unter Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen, die aber ebenso plötzlich wieder verschwinden wie sie gekommen sind – und deshalb nicht sofort als Laktose-Unverträglichkeit erkannt werden.

Denn etliche Lebensmittel enthalten Milchzucker (Laktose). Die Unverträglichkeit ist keine Seltenheit: Schätzungsweise bis zu 20 Prozent der Europäer können Milchzucker seit dem Säuglingsalter nicht mehr abbauen; den Asiaten fehlt das notwendige Enzym sogar fast komplett. Doch die ärgerlichen Beschwerden können gut vermieden und therapiert werden.

Laktoseintoleranz feststellen

Eine Laktoseintoleranz festzustellen, ist nicht schwierig: Ein simpler Atemtest beim Arzt bringt in der Regel ein sofortiges Ergebnis. Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit meiden Milchprodukte oft instinktiv und greifen seltener als andere zu Käse, Puddings, Joghurt und Milchmixgetränken.

Allerdings ist die Intoleranz unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei sehr empfindlichen Patienten genügt der Schaum auf dem Cappuccino, um Bauchgrummeln und Durchfall auszulösen, andere spüren erst nach einem großen Milcheisbecher, dass die Verdauung einige Stunden lang belastet ist.

Gefährlich ist die Unverträglichkeit nicht – aber doch oft so unangenehm, dass die Betroffenen dazu übergehen, Milchprodukte komplett aus dem täglichen Speiseplan zu streichen. Davor wiederum warnen die Mediziner eindringlich: Der Körper braucht das in der Milch enthaltene Kalzium unter anderem für die Stabilität der Knochen – bekommen diese zu wenig des wertvollen Stoffs, droht Osteoporose.

Auch Schwangere und Stillende sind auf eine regelmäßige Kalziumzufuhr angewiesen. Bei einer extrem hohen Milchzucker-Intoleranz verschreiben Ärzte deshalb Tabletten, die dem Körper das notwendige Enzym zur Spaltung der Laktose im Darm zuführen. Diese Tabletten werden individuell jeweils vor einer Mahlzeit, die Milchprodukte enthält, eingenommen – daher sollten sie immer mitgeführt werden.

Alternative Milchprodukte bei Laktoseintoleranz

Menschen mit Laktoseintoleranz zweiten oder dritten Grades können versuchen, ob ihnen Joghurts und Quark weniger Probleme bereiten. Diese Produkte enthalten einen deutlich geringeren Anteil an Milchzucker als andere Milcherzeugnisse. Eine weitere Alternative sind milchartige Produkte aus Getreide (Reismilch), Nüssen (Mandelmilch) oder Hülsenfrüchten wie etwa Sojamilch, die völlig frei von Milchzucker ist, aber einen leicht erdigen Geschmack aufweist, der nicht jedermanns Sache ist.

Dennoch gibt es inzwischen zahlreiche Produkte auf Sojabasis – von gesüßter Fruchtmilch über Kakao bis hin zu Sahne und Schokopudding. Ein echter Lichtblick aber ist laktosefreie Milch, die noch nicht lange auf dem Markt ist und daher noch deutlich teurer als gewöhnliche Milch ausfällt.

Sie birgt einen solch geringen Anteil an Laktose, dass die üblichen Beschwerden ausbleiben, unterscheidet sich im Geschmack jedoch ebenfalls von der normalen Milch: Sie fällt süßlicher aus und hat einen leichten Nachgeschmack, an den man sich aber durchaus gewöhnen kann.

Im Gegensatz zur Sojamilch kann die laktosefreie Kuhmilch zudem auch für den Kaffee aufgeschäumt werden. Außerdem bereichern einige laktosefreie Joghurts inzwischen das Kühlregal – und es ist zu erwarten, dass die Palette in Zukunft reichlich ausgebaut wird. (BB)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.