Basilikum: Kraut für königlichen Genuss, als Pesto oder Parfait

Basilikum (Ocimum basilicum) lässt sich länger ernten, wenn man die Spitzen abzupft. Denn dann bilden sich Seitentriebe. (Foto public domain, Dank an www.lebensmittelfotos.com)
Basilikum (Ocimum basilicum) hat viele Namen: Basilienkraut oder Balsam, Pfeffer- oder Königskraut heißen die kleinen Pflanzen, die vielen mediterranen Rezepten einen unnachahmlichen Geschmack verleihen. Auch der botanische Name ist königlicher Herkunft: ‚basileus’ war im klassischen Griechenland ein Herrschertitel.
Die Volksmedizin schätzt die Blätter nicht nur wegen des aromatischen Geschmacks, sondern auch wegen ihrer verdauungsfördernden, krampflösenden und Basilikum hat einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen (bis zu 1,5 Prozent) – darunter Estragol, Kampfer, Linalool, Cineol und das gewürznelkenartig duftende Eugenol. Daher kommt seine leicht antiseptische Wirkung. Außerdem enthält er Magnesium, Phosphor und Calcium.
Der Blog Naturheilprodukte informiert (leider ohne genauere Quellenangabe), daß das Bundesgesundheitsamt Basilikum offiziell als Heilpflanze anderkannt habe. Auch Hildegard von Bingen (1098-1179) wusste ihn schon zu schätzen und empfahl Basilikumwein gegen Schüttelfrost und die Blätter gegen Zungelähmung, schreibt Heilpraktiker Wighard Strehlow hier.
In den Mittelmeerraum kam das Basilienkraut aus Vorderindien, wo es schon vor rund 4000 Jahren als Würz- und Heilmittel geschätzt war. Doch auch in anderen Ländern gibt es eigene Basilikumarten – wer asiatische Küche schätzt, kennt vielleicht Thai-Basilikum.
Basilikum auf Wanderschaft: mit den Römern über die Alpen
Die Römer brachten das Kraut über die Alpen in nördlichere Gefilde – wie sehr sie Basilikum schätzten, kann man noch heute in der italienischen Küche sehen: Die Basilikum-Sauce Pesto und die Kombination von sonnreifen Tomaten mit Mozzarella und Basilikum als Caprese sind ohne Basilikum undenkbar. Aber auch in Frankreich ist Pistou sehr beliebt – was nicht nur der allgemeine Begriff für Basilikumgerichte ist, z. B. provencalische Soupe au pistou sondern speziell eine dem italienischen Pesto verwandte Basilikumsauce bezeichnet.
Basilikum selber pflanzen: Ernten aus dem Topf oder Garten
Die hierzulande meist einjährige Basilikum-Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler gibt es, was noch wenig bekannt ist, in vielen auch farbigen Varianten. Weiß panaschierte Blätter, dunkelrote Blätter, kleine haarige oder große glatte Blätter, weiße, rosa oder violette Blüten – wer verschiedene Basilikumsorten in den Garten pflanzt, kann farbenfrohe und geschmackliche Überraschungen erleben, beispielsweise mit Zitronenbasilikum.
Basilikum ist jedoch kälteempfindlich, man sollte also für einen sonnenwarmen und vor Zugluft geschützten Platz sorgen. Der Boden sollte humusreich sein und nicht zu schwer – mischen Sie im Zweifelsfall etwas Sand unter. Basilikum braucht außerdem reichlich Wasser, darf aber, wenn er im Topf gezogen wird, nicht mit nassen Füßen herumstehen, sonst fault er leicht.
Basilikum richtig ernten und in der Küche einsetzen
Das Geheimnis einer langen Erntezeit bei Basilikum ist das richtige Pflücken. Knipsen Sie immer die Zweigspitzen mit zwei oder vier Blättern ab. So regen Sie das Basilikum zum Wachsen an: aus den Blattachseln treiben nun nämlich neue Zweige aus. Ernten Lassen Sie dagegen die Zweigspitzen stehen, wird das Basilikum bald zu blühen beginnen.
Bei den typischen Supermarkt-Basilikumpflanzen sorgt die Blüte jedoch für härtere und etwas bitterere Blätter, was nicht jeder mag. Die Blüten kann man natürlich ebenfalls essen, sie machen sich besonders bei den violettblütigen Varianten als hübsche Salatzutat und schmecken süßer als die Blätter.
Die empfindlichen Blättchen sollten übrigens niemals mitgekocht werden – streuen Sie sie lieber frisch gepflückt und kleingehackt unmittelbar vor dem Servieren über die Speisen oder legen Sie einen kleinen Zweig Basilikum als essbare Dekoration an den Tellerrand.
Ungewöhnliches Rezept: Basilikum und Erdbeeren kombinieren
Viele können es sich nicht vorstellen, bis sie diese köstliche Kombination probiert haben: Frischer Basilikum hebt den Erdbeer-Geschmack hervor und ergänzt ihn um eine leicht scharfe, aromatische Note. Wers einfach mag, legt ein paar frisch gepflückte Basilikumblätter auf das Brot mit Erdbeermarmelade.
Eine exotische Leckerei ist selbst gemachtes Basilikum-Parfait mit Erdberpüree. Nach dem Rezept suche ich noch, denn es ist eine geniale Art und Weise, Vitamine und ätherische Öle für die Gesundheit zu verspeisen. Sobald ich’s wiedergefunden habe, wird es hier veröffentlicht… Bis dahin findet man aber hier auch ein Rezept für Basilikumparfait mit Erdbeeren.
-
November 19th, 2010 um 21:15 | #1Bitter hält schlank: Bitterstoffe sind wichtige Nahrungsbestandteile | Gesundheitxxl.com












