„Das Risiko, berufs- oder sogar erwerbsunfähig zu werden ist weit größer, als die meisten vermuten. Statistisch trifft es jeden vierten Arbeitnehmer vor der normalen Altersrente“, informieren die Verbraucherzentralen.
Anfang des Jahres 2001 wurde die staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung aus der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich beschränkt. „Anspruch auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung“ gilt nur noch für die Leute, die vor dem 1. Januar 1961 geboren sind (§ 240 Abs. 1 SGB VI).
Freiberufler sind demgegenüber völlig selbst dafür verantwortlich, eine eventuelle Berufsunfähigkeit abzusichern. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört mit zu den wichtigsten Versicherungen, um die Existenz zu sichern, wenn man nur noch weniger als drei Stunden pro Tag bzw. nur zwischen drei und unter sechs Stunden pro Tag arbeiten kann.
Das Kleingedruckte beachten
Private Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) bieten jedoch sehr unterschiedliche Bedingungen, und man sollte sich unbedingt gründlich informieren, bevor man eine BU abschließt.
So sollte der Versicherungsvertrag z. B. keine nachteiligen Verweisungsklauseln enthalten, auf willkürliche Beitragerhöhungen verzichten und vorsehen, dass Sie bereits eine Rente erhalten, wenn der Arzt oder die Ärztin eine Berufsunfähigkeit von voraussichtlich mehr als sechs Monaten (die so genannte 6-Monats-Prognose) diagnostizieren.
Außerdem sollte der Vertrag eine Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung enthalten, damit man z. B. bei einer Eheschließung, bei der Geburt von Kindern oder beruflichen Veränderungen die Berufsunfähigkeitsversicherung erhöhen kann, um gegebenenfalls höhere Kosten abzudecken.
Ursachen für Berufsunfähigkeit
Zu den statistisch betrachtet häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit gehören, anders, als man vielleicht vermutet mag, nicht Arbeitsunfälle, sondern vor allem psychische Erkrankungen. Rund ein Drittel der Menschen, die berufsunfähig werden, sind wegen psychischer Krankheiten nicht mehr im Stande, ihrer Arbeit nachzugehen.
| Art der Erkrankung |
Frauen |
Männer |
| Psychische Krankheiten | 38,3% | 27,9% |
| Erkrankungen von Skelett, Muskeln, Bindegewebe | 16,6% | 16,8% |
| Herz- und Kreislauferkrankungen | 6,1% | 14,5% |
| Tumore bzw. Neubildungen | 15,6% | 13,7% |
| Nervenleiden | 7,1% | 5,9% |
| Andere Erkrankungen | 16,3 % | 21,2 |
Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Statistik 2007
Die Verbraucherzentrale Hamburg hält deshalb eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für unabdingbar: „Wer in jungen Jahren berufsunfähig wird, riskiert ohne private Berufsunfähigkeitsversicherung den sozialen Abstieg. Selbstständige haben in der Regel ohnehin keinen gesetzlichen Versicherungsschutz. Somit ist für alle Berufstätigen, aber auch für Auszubildende, Studenten und Hausfrauen der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ein MUSS.“
Hallo,
ich habe eine Frage: ich bin 45 Jahre alt und auf der Suchen nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Ich habe hier http://www.vedix.de/berufsunfaehigkeitsversicherung-bdv-raet-zum-abschluss-bis-67-199/ gerade gelesen, dass der BdV rät noch eine BU abzuschließen. Können Sie mir Anbieter empfehlen, die das anbieten? Sind die Beiräge sehr hoch mit meinem Eintrittslater?
Vielen Dank
Hallo,
wir können Ihnen leider keine Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen empfehlen – aber die Stiftung Warentest hat sich im Juni 2011 mal wieder mit diesem Thema befasst; hier finden Sie weitere Informationen.
Wir hoffen, das hilft Ihnen weiter.