Winterdepression: Was tun gegen Winterdepression? Lichttherapie und andere Tipps

In der dunklen Jahreszeit leiden manche Leute an Winterdepression - dagegen sollte man etwas unternehmen (Foto © MS)
In der dunklen Jahreszeit leiden manche Leute an Winterdepression – dagegen sollte man etwas unternehmen (Foto © MS)

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, der Novemberhimmel regenverhangen und grau darniederhängt und gar im Dezember die Nächte länger sind als die Tage und die Dunkelheit überhand zu nehmen scheint, leiden viele Menschen in nördlichen Gefilden unter einer Winterdepression, wie die winterliche Melancholie seit Ende der 1980er Jahre genannt wird. Diese saisonale Depression, auch SAD für Saisonal Affective Disorder genannt, kann von trüber Stimmung bis zu Selbstmordgedanken reichen und sollte nicht unterschätzt werden.

Ursache der Winterdepression scheint, so die Erkenntnisse der Chronobiologen, der Lichtmangel in der kalten Jahreszeit zu sein. Denn das in die Augen fallende Licht beeinflusst unter anderem die Hormonausschüttung in der Zirbeldrüse.

Bei Lichtmangel, wie er im Winter eher entsteht, wird weniger Serotonin und mehr Melatonin ausgeschüttet. Der Neurotransmitter Serotonin ist an einer positiven Grundstimmung beteiligt, das Hormon Melatonin bereitet den Körper u.a. auf Schlaf vor.

Symptome der Winterdepression

Wie macht sich eine Winterdepression bemerkbar? Wer feststellt, dass er oder sie unter deutlicher Antriebslosigkeit und starkem Schlafbedürfnis leidet, kombiniert mit Heißhunger nach Süßigkeiten oder sonstiger kohlehydratreicher Nahrung (und dadurch Gewichtszunahme) sowie einer deprimierten Stimmung, der hat vielleicht die Symptome einer Winterdepression bei sich festgestellt, wenn keine sonstigen aktuellen Ursachen ausfindig zu machen sind.

Wenn das ‚Winterschlafbedürfnis‘ nicht schwer ist, kann man selber gezielt dagegen vorgehen (Tipps siehe unten). Wer jedoch unter schweren Symptomen mit Selbstmordgedanken leidet, sollte sich in ärztliche Behandlung begeben.

Lichttherapie: Mit der Lampe gegen Winterdepression

Helligkeit ist das, was man zur Behandlung einer Winterdepression einsetzt. Doch wie hell muss es eigentlich sein? In einem normal beleuchteten Raum beträgt die Lichtintensität zwischen 100-800 Lux, ein Sonnentag in Mitteleuropa strahlt mit rund 10.000 Lux.

Für die Lichttherapie verwendet man Tageslicht-Vollspektrumlampen, die mit einer Intensität von mindestens 2500 Lux leuchten – das kann den Winterblues in den meisten Fällen vertreiben. Lichttherapie kann man entweder bei spezialisierten Ärzten oder Kliniken machen oder man kauft sich eine Lichttherapielampe für zuhause.

Je nach Lichtintensität und Schwere der Winterdepression setzt man sich auf jeden Fall am frühen Morgen und vielleicht noch einmal am Vormittag eine halbe bis eine Stunde vor die Lichttherapie-Lampe. Genaueres verrät der Beipackzettel. Die Stiftung Warentest untersuchte  zuletzt im Jahr 2003 verschiedene Lichttherapiegeräte und empfahl ein Philips-Gerät wegen des besten Preis-Leistungs-Verhältnis (hier gehts zum Test).

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Bestimmte Formen der Lichttherapie werden übrigens auch gegen Neurodermitis erfolgreich eingesetzt, mehr dazu erfährt man im Neurodermitisportal.

Tipps gegen einen leichten Winter-Blues

Mit etwas Elan, rechtzeitig eingesetzt, kann man dem Winterblues vorbeugen und tut zusätzlich etwas für das körperliche Wohlbefinden, für Fitness und Gesundheit. Weil die gemütliche Couch, Filmklassiker im Fernsehen oder auf DVD oder spannende Lektüre zu sehr zum Ab- und Durchhängen verleiten, ist es wichtig, sich ein wenig Routine im winterlichen Tagesplan zu verordnen. Ein klarer Plan strukturiert auch Urlaubstage, von denen wir mehr Genuss haben, wenn wir uns von vornherein ein kleines Programm vornehmen:

Start in den Tag mit Bewegung und Eiskick

Nicht zu spät aufstehen, vor dem Frühstück fünf Minuten räkeln, dehnen und strecken, das ist schon mal ein guter Start in den Tag. Wer einen Garten oder Balkon mit Schnee hat, kann sich mit einem eisigen Kick und einer Variante der Kneipp-Kur rasch munter machen: Zuerst ein paar kuschelige Socken zum Anwärmen auf die Heizung legen und dann mit bloßen Füßen durch den Schnee stapfen.

Zwei bis drei Minütchen genügen bereits, um den Kreislauf auf Trab zu bringen. Dann schnell wieder ins Warme, Füße abtrocknen und in die heißen Socken schlüpfen – das bringt nicht nur gute Laune, sondern auch schöne warme Füße.

Frische Düfte und leuchtende Farben beleben – Aromatherapie und Farbtherapie

Natürliche ätherische Öle aus Zitrusfrüchten wie Orange, Zitrone, Bergamotte oder Mandarine wirken belebend – wer also darauf nicht allergisch reagiert, sollte die Duftlampe anwerfen, um trüber Stimmung zu begegnen. Auch Jasminduft soll aufmunternd wirken.

Sich mit fröhlichen Farben zu umgeben kann ebenfalls die Stimmung aufhellen: Wählen Sie Kleidung wie Accessoires in frischen, warmen Farben wie Gelb, Orange oder Rot und statten Sie, soweit möglich, auch Ihre Wohnung damit aus. Ob Sofakissen oder Handtuch, Tischdecke oder Servietten: Muntere Farben und gute Beleuchtung ahmen die sonnige Jahreszeit nach und helfen, dem winterlichen Grau gestärkt zu begegnen.

Sport auch bei nasskalter Witterung

Wer im Sommer gern Joggen oder Radfahren geht, um sich fit zu halten, findet im Winter leicht genug Ausreden, um sich lieber auf die faule Haut zu legen. Faulenzen ist ja auch schön und hat seinen Platz im Leben, aber wenn die Bewegung zu kurz kommt, schadet das der Gesundheit.

Wenn es draußen nur trüb ist, sollte man sich gut angezogen dennoch ins Freie wagen. Denn der Körper benötigt dringend UV-Licht, um Vitamin D produzieren zu können. Selbst wenn der Himmel voller Wolken hängt, gelangt noch einiges an UV-Strahlung durch die Wolken und kann über die Gesichtshaut oder die Hände helfen, die Vitamin D-Produktion anzuregen.

Aber auch die frische, sauerstoffreiche Luft tut gut, selbst wenn man nur eine Viertelstunde kräftig um den Häuserblock marschiert. Und danach darf man sich selbst natürlich gern belohnen: mit einer schönen Tasse vom duftenden Lieblingstee oder Kaffee, einem Film oder einem Schmökerstündchen.

Gemeinsam lässt sich der winterliche Schlendrian übrigens besser angehen: Verabreden Sie sich doch mit Freunden ins Fitness-Studio oder zum Waldspaziergang. Auch ein Tanzabend in der Disko oder im frei geräumten Wohnzimmer mit guten Freunden macht Spaß und man arbeitet mit viel Vergnügen mal wieder alle möglichen Muskeln durch, die man auf der Couch sonst eher rosten lässt.

Den Arbeitsalltag als Struktur nutzen

Wer an den trübsten Tagen im Arbeitsalltag gefangen ist, die Arbeit bei Dunkelheit beginnt und erst im Dunkeln wieder heimkommt, dem fällt es oft noch weniger leicht, winterlicher Trägheit etwas entgegenzusetzen und sich am eigenen Schopf aus dem Trübheitssumpf herauszuziehen. Aber andererseits lässt sich der durch die Arbeit vorstrukturierte Alltag auch gut mit kleinen Bewegungseinheiten verknüpfen.

Vielleicht kann man einen kurzen Spaziergang ja in der Mittagspause einplanen, oder man trifft sich mit Kollegen zum Tanzen oder im Fitness-Studio direkt nach Arbeitsende – da ist die Versuchung am geringsten, einfach abzuschlaffen.

© MS

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