Physikalische Halbwertszeit
Ein radioaktiver Stoff besteht aus instabilen Atomen, den so genannten Radionukliden. Diese zerfallen innerhalb einer bestimmten Zeit, die für jedes Radionuklid charakteristisch ist. Dadurch sinkt die Aktivität des radioaktiven Stoffs. Die physikalische Halbwertszeit sagt aus, nach welchem Zeitraum die Hälfte der Radionuklide zerfallen ist, die Aktivität sich also auf die Hälfte reduziert hat.
Physikalische Halbwertszeit von
- Jod-131: 8 Tage
- Cäsium-134: 28 Jahre
- Strontium-90: 29 Jahre
- Cäsium-137: 30 Jahre
- Plutonium-239: 24.110 Jahre
Biologische Halbwertszeit
Wird z. B. über die Nahrung, über Trinkwasser oder über die Luft radioaktives Material in den Körper aufgenommen, dann wird ein Teil im Gewebe gespeichert, ein Teil wieder ausgeschieden. Die Zeitspanne, bis sich die Menge des aufgenommenen radioaktiven Stoffs durch Ausscheidung und Zerfall im Organismus auf die Hälfte reduziert hat, nennt man biologische Halbwertszeit.
Biologische Halbwertszeit von
- Jod-131: 80 Tage (Ablagerung inSchilddrüse)
- Cäsium-134: 110–140 Tage (Ablagerung in ganzem Körper bzw. Muskeln)
- Strontium-90: 49 Jahre (Ablagerung in Knochen)
- Cäsium-137: 110–140 Tage (Ablagerung in ganzem Körper bzw. Muskeln)
- Plutonium-239: 200 Jahre (Ablagerung in Knochen)
Effektive Halbwertszeit
Die effektive Halbwertszeit dient dazu, die Strahlenbelastung für den Menschen (oder das Tier) einzuschätzen und verbindet physikalische und biologische Halbwertszeit in einer mathematischen Formel.
Effektive Halbwertszeit von
- Jod-131: 6–7 Tage (Ablagerung inSchilddrüse)
- Cäsium-134: 96–118 Tage (Ablagerung in ganzem Körper bzw. Muskeln)
- Strontium-90: 18 Jahre (Ablagerung in Knochen)
- Cäsium-137: 109–138 Tage (Ablagerung in ganzem Körper bzw. Muskeln)
- Plutonium-239: 198 Jahre (Ablagerung in Knochen)
Literatur
Günther Fellenberg: Umweltbelastungen. Eine Einführung
Hanno Krieger: Grundlagen der Strahlungsphysik und des Strahlenschutzes
Johannes Friedrich Diehl: Radioaktivität in Lebensmitteln
Kommentar hinterlassen