Nur ein Viertel aller Frauen darf sich glücklich schätzen: Sie sammeln im Laufe ihres Lebens keine Erfahrung mit dem Scheidenpilz (Vaginalpilz). Alle anderen trifft die entzündliche Pilzinfektion der Scheidenschleimhaut leider mindestens einmal. Es handelt sich bei der vaginalen Pilzinfektion nicht um eine Geschlechtskrankheit, wie manchmal angenommen wird, sondern lediglich um eine harmlose Scheideninfektion, die gut zu behandeln ist. Aber eines ist sie trotzdem: unangenehm und schmerzhaft!
Ursache für Vaginalmykose: Das gesunde Gleichgewicht ist gestört
Im Normalfall haben Pilze in der Scheide kaum eine Chance, Unheil anzurichten. Natürliche Bakterien sorgen für eine leicht übersäuerte Scheidenflora, die mit einem ph-Wert zwischen 4 und 5 ein ausgesprochen feindliches Milieu für Erreger darstellt.
Dieser natürliche Schutzschirm wirkt aber nur, solange er intakt ist. Kommt das Immunsystem aus dem Gleichgewicht, beispielsweise durch längerfristige Antibiotikatherapien, Erkrankungen wie Diabetes oder falsche (übertriebene) Intimhygiene, dann können sich eine Pilzerkrankung im Genitalbereich entwickeln.
Auch Veränderungen im Hormonhaushalt haben Auswirkungen auf die Schleimhäute und begünstigen den Scheidenpilz. Das erklärt das häufige Auftreten von Genitalpilz in der Schwangerschaft, in den Wechseljahren und während der Menstruation. Auch Frauen, die Antibabypillen mit hohem Östrogengehalt verwenden, sind besonders anfällig.
Anzeichen für Scheidenpilz
Zwei Hefepilze aus der Gattung Candida sind es, die meist als Verursacher auftreten: Candida albicans oder Candida glabrata. Beide sind häufig auf Pflanzen und Gegenständen zu finden und gelangen über die Mundschleimhaut, die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt oder durch direkten Kontakt beim Geschlechtsverkehr, gemeinsamer Benutzung von Handtüchern oder Toilettenberührung in die Scheide.
Bemerkbar macht sich der Scheidenpilz schon bald durch Brennen und Juckreiz. Die äußeren Genitalien sind gerötet und es kommt zu gelblichem, krümeligen Ausfluss und weißlichem Belag von Klitoris und Schamlippen. Zur eindeutigen Diagnose ist unbedingt ein Abstrich durch Frauenarzt oder Frauenärztin angeraten.
Schulmedizinische Behandlung von Scheidenpilz mit antimykotischen Medikamenten
Die Schulmedizin kuriert den Scheidenpilz sehr wirkungsvoll mit Vaginalcreme und Vaginaltabletten, die einerseits antimykotisch wirken, d. h. den Pilz abtöten, andererseits auch für einen sauren ph-Wert sorgen, um das Milieu in der Scheide zu stabilisieren.
Meistens ist eine dreitägige Behandlung erfolgreich. In hartnäckigen Fällen wird länger lokal und zusätzlich mit Einnahme pilzabtötender Medikamente therapiert. Eine Behandlung des Partners erfolgt parallel, um Infektionen der Penisschleimhaut und erneute eigene Ansteckung zu vermeiden.
Vorbeugung und natürliche Regulierung des ph-Gehaltes
Um Scheidenpilzen vorzubeugen, sollte zum Erhalt der natürlichen Scheidenflora auf das Benutzen von Intimsprays und parfümierten Waschlotionen verzichtet werden. Enganliegende Wäsche, die die Schleimhäute reizt, ist ebenso schädlich wie feuchtes Klima durch luftundurchlässige Synthetikwäsche oder nasse Badeanzüge.
Um die natürliche Scheidenflora zu stärken, hat sich ein einfaches Hausmittel gegen Scheidenpilz sehr bewährt, eine Milchsäurekur: Tränken Sie einen Tampon mit Naturjoghurt und führen Sie ihn ein. Regelmäßig wiederholt, siedeln sich so Milchsäurebakterien in der Scheide an, verdrängen schädliche Pilze und senken den ph-Wert der Scheidenschleimhaut.pm
Weitere Informationen
Ines Ehmer: Probleme im Intimbereich… damit müssen Sie nicht leben!: Ärztlicher Ratgeber.
Gaby Guzek: Pilze im Körper – Krank ohne Grund?: Pilzinfektionen erkennen und heilen, durch gesunde Ernährung vorbeugen.
Christiane Northrup: Frauenkörper – Frauenweisheit: Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können.
Christine Heideklang: Pilzerkrankungen ganzheitlich heilen.
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