Steierisches Kürbiskernöl – Genuss aus der Steiermark (Österreich)

Dickflüssig tropft es und bräunlich aus der Flasche, mit grünem Schimmer: Das Steirische Kürbiskernöl. Der Ölkürbis, aus dessen Kernen man das gesunde Kürbiskernöl presst, wird in Österreich schon lange angebaut. Zwei unscheinbare, eiförmige Blätter sprießen im Frühjahr aus der Erde. Schon im Mai wachsen die Pflanzen auf den Äckern in buschigen Reihen, bilden dann Ranken aus und in kurzer Zeit ist unter all dem grünen Laubwerk des Ölkürbisses von der Erde nicht mehr viel zu sehen.

Bald blühen die leuchtend gelben männlichen und weiblichen Blüten von Cucurbita pepo auf, wie der botanische Name des Ölkürbisses lautet. Der Fruchtknoten der weiblichen Blüten verdickt sich in den folgenden Wochen. Und im Herbst bedecken Reihen von goldgelben Kürbissen mit dunkelgrünen Streifen und Flecken zahlreiche Äcker in der Steiermark und Niederösterreich.

Steirisches Kürbiskernöl: Kürbismutante mit Tradition

Steirisches Kürbiskernöl gibts nicht erst seit gestern: Schon um 1739 findet es sich schriftlich dokumentiert als ‚Kirbis Öell’. Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Bauern in der Steiermark zufällig eine Kürbismutation, deren Kerne nicht geschält zu werden brauchen, den Steirischen Ölkürbis (Cucurbita pepo var. oleifera).

Aus den Kürbiskernen gewinnen sie fortan das duftende, nussig schmeckende Kürbiskernöl. Heutzutage ist die Bezeichnung ‚Steirisches Kürbiskernöl’ eine nach EU-Verordnung geschützte geographische Angabe (ggA). Doch auch in Ungarn und Rußland gewinnt man das dunkle, wohlschmeckende Öl.

Bis zu acht Kilogramm kann ein einzelner Kürbis wiegen, und etwa zweieinhalb Dutzend Kürbisse braucht man, um aus den Kürbiskernen einen Liter des begehrten Delikatessenöls zu gewinnen.

Kürbiskernöl ist gesund und wohlschmeckend

Das Kernöl, wie es in Österreich auch heißt, hat einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren wie beispielsweise Linolsäure und Linolensäure. Auch sein Gehalt an Vitamin E , Vitamin A, den Vitaminen B1 und B2 und C macht es unter gesundheitlichen Aspekten interessant.

Kürbiskernöl bietet einen reichhaltigen Cocktail an Mineralien und Spurenelementen: Eisen, Fluor, Jod und Kalium sind ebenso enthalten wie Kupfer, Magnesium, Mangan, Phosphor, Selen, Schwefel und Zink. In der Volksmedizin setzt man Kürbiskerne traditionell bei Blasenbeschwerden und vorbeugend für die Prostata ein.

Doch für Genießer ist der Geschmack natürlich das Wichtigste. Das intensiv nussige Aroma des Kürbiskernöls passt hervorragend zu Salaten und Rohkost. Wichtig: das Öl sollte auf keinen Fall zu sehr erhitzt werden, weil es einen niedrigen Rauchpunkt hat und leicht einen unangenehm bitteren Beigeschmack entwickeln kann.

Rezepte mit Kürbiskernöl – Feta-Brotaufstrich

Einen köstlichen Brotaufstrich kann man sich aus Schafskäse und Kürbiskernöl selbst herstellen: zerdrücken Sie einen Block Feta aus Schafsmilch mit einer Gabel in feine Krümel und vermengen Sie die Käsekrümel mit zwei Esslöffeln Kürbiskernöl. Ist die Mischung noch zu fest, können Sie sie entweder mit ungewürztem Frischkäse, Quark, etwas Joghurt oder einfach etwas Wasser cremiger rühren.

Dazu passen gut fein geschnittene Ringe vom Grün der Frühlingszwiebel, das ganze auf herzhaftes Bauernbrot oder saftiges Roggenvollkornbrot gestrichen ergibt eine würzige Brotzeit.

Rezept: Salatdressing für Gurken

Wenn von der Käse-Kernölmasse etwas übrigbleibt, können Sie eine feine Salatsauce daraus zaubern, die einen Gurkensalat ungewohnt veredelt: Verrühren Sie etwa zwei Esslöffel des Aufstrichs mit Aceto Balsamico, pfeffern und salzen Sie nach Geschmack und schneiden Sie Salatgurke mitsamt der Schale in grobe Würfel. Vermischen Sie die Gurkenwürfel mit dem Salatdressing und fertig ist ein erfrischender Salat.

Und hier noch ein Rezept für köstlich aussehendes Kürbiskernöl-Parfait, das ich bald unbedingt mal ausprobieren möchte.

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