Feinstaub – unsichtbar aber schädlich für die Gesundheit

Feinstaub ist der nahezu unsichtbare und unerwünschte Besucher, der unsere Luft zum Gesundheitsrisiko werden lässt. Studien der Weltgesundheitsorganisation WHO belegen, dass eine zu hohe Feinstaubbelastung die Lebenserwartung um bis zu 10 Monate senken kann. Die winzigen Staubpartikel dringen mithilfe der Atemluft tief in die Lunge ein und können Atemwegsbeschwerden, Lungenkrebs oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems nach sich ziehen.

Dennoch wird der Schwarze Peter der Feinstaubreduzierung gerne von einem Schreibtisch zu nächsten gereicht. Die Folge: Die Feinstaubwerte steigen weiter an. Zu den Feinstaub-Hauptverursachern gehören die Verbrennungsstoffe, die in Industrie und Privathaushalten anfallen, sowie der Straßenverkehr, insbesondere die Emissionen von Dieselfahrzeugen und der Abrieb von Bremsen, Autoreifen und Straßenbelag. Von der erhöhten Feinstaubbelastung sind vor allem Großstädte und Ballungsräume betroffen – Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart beispielsweise.

Feinstaubbelastung reduzieren – aber wie?

Unstrittig ist, dass die Feinstaubbelastung reduziert werden muss und in allererster Linie ist hierbei die Politik gefragt. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) fordert die Verantwortlichen auf, den Autoverkehr einzuschränken, indem auf einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und ein gut ausgebautes Netz an Radwegen gesetzt wird.

Auch die Umweltzonen müssten ausgeweitet werden, um den innerstädtischen Autoverkehr zu minimieren und die Feinstaubbelastung für die Anwohner zu senken. Denn die Anwohner – so entschied ein Verwaltungsgericht in Bayern – hätten ein Recht darauf, dass sich die zuständigen Behörden des Problems annehmen würden, sobald die Richtwerte überschritten würden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace plädiert gar dafür, Straßenausbauprojekte zu stoppen und ein innerstädtisches Fahrverbot einzuführen, von dem vorerst Fahrzeuge mit einer zu hohen Abgas-Emission betroffen sein sollen.

Tatsächlich verzeichnen Städte, in denen verkehrsregulierende Maßnahmen getroffen wurden (von denen sich so mancher Autofahrer unrechtmäßig gegängelt fühlt), eine sinkende Feinstaubbelastung. Die Autofahrerlobby – allen voran der ADAC – zweifelt dennoch am Nutzen der Umweltzonen.

Feinstaub auch in Innenräumen

Die Staubattacke beginnt übrigens nicht erst auf der Straße. Auch in den Innenräumen steigt die Feinstaubkonzentration bisweilen bedenklich an. Die Gründe hierfür sind vielfältig und nicht alle Staubschleudern lassen sich leicht loswerden.

So entsteht z. B. reichlich Feinstaub beim Benutzen von Kopierer oder Laserdrucker und beim Rauchen,. Doch auch Backen, Kochen, Staubsaugen oder das Abbrennen von Kerzen und Räucherstäbchen tragen zur Feinstaubbelastung in Innenräumen bei.

Bemerkenswert: In den Wohnräumen, die mit Teppichböden ausgelegt sind, ist die Feinstaubbelastung geringer als in den mit glattem Boden ausgestatten Räumen. Wer einen Staubsauger kauft, sollte darauf achten, daß er mit effizienten
Filtersystemen wie HEPA-Filtern (High-efficiency-particulate-air-Filter) ausgestattet ist.

Stoßlüften und feucht den Boden und die Möbel wischen senkt die Feinstaubbelastung in Wohnräumen.

Wer wissen möchte, wie hoch die Feinstaubkonzentration in seiner Wohnregion ist, kann sich beim Umweltbundesamt (UBA) informieren, welches die Daten der gut 450 bundesweiten Messstationen online zur Ansicht bereitstellt.so

Weiterführende Informationen
Deutsche Umwelthilfe – Infos zu Umweltzonen und Umweltplaketten

Übersicht: Umweltzonen in Deutschland

Feinstaub Frankfurt am Main – aktuelle Luftqualität

Feinstaub Stuttgart – aktuelle Luftqualität

Feinstaub München – aktuelle Luftqualität

Feinstaub Berlin – aktuelle Luftqualität

ZEIT-Artikel von Matthias Breitinger: Umweltzonen senken Lungekrebsrisiko

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Feinstaubkohortenstudie Frauen in NRW. Langfristige gesundheitliche Wirkungen von Feinstaub. Abschlussbericht (überarbeitete Version von Januar 2012)

Die WHO über Luftqualität

Helmholtz-Zentrum München: Feinstaub – Kleine Partikel mit großer Wirkung. 2005

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