Pilze essen nach Tschernobyl – radioaktives Material auch 2011 immer noch enthalten

Radioaktiver Niederschlag von Tschernobyl, insbesondere das Cäsium 137, belastet leider noch immer nicht nur die unmittelbare Umgebung des Reaktors, sondern ist auch sonst in Europa noch zu finden – denn die physikalische Halbwertszeit beträgt schlappe 30 Jahre. Das Umweltinstitut München misst jedes Jahr bei verschiedenen ‚wilden‘ Lebensmitteln‘ den Gehalt an künstlichem Cäsium-137 in Bequerel pro Kilogramm (Bq/kg), also die Strahlenbelastung.

Untersucht werden „Waldprodukte“ wie Honig, Zubereitungen aus Früchten wie Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Preiselbeeren, Moosbeeren und Wildpreiselbeeren – und insbesondere auch Waldpilze.

Die Belastungen sind sehr unterschiedlich. So strahlten Funde von Maronenröhrlingen aus dem Postleitzahlbereich 81476 teils mit 2.729 Bq/kg, teils mit 444 Bq/kg. Die aktuellsten Messergebnisse findet man auf der Website des Umweltinstituts München im Downloadbereich als ‚Waldproduktliste’. Außerdem gibt es dort eine PDF-Broschüre zur Strahlenbelastung von Pilzen und Wild zum Download.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht übrigens regelmäßig Lebensmittelproben auf radioaktive Strahlung – die entspringt allerdings nicht einem Atomunfall, sondern der gewollten Lebensmittelbestrahlung.

Das Ökoinstitut

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