Purin: Purin ist wichtig für den Zellaufbau – wenn die Dosis stimmt, sonst droht Gicht

Purine sind Eiweißverbindungen, die eine wichtige Rolle beim Zellaufbau spielen. Zu den Purinen zählen zum Beispiel Hypoxanthin, Adenin und Guanin. Purine werden im menschlichen Körper zu Harnsäure verstoffwechselt und über den Urin ausgeschieden. Ein gesunder Mensch muss sich über die Purine, die er mit der täglichen Nahrung zu sich nimmt, eigentlich wenig Gedanken machen. Wer allerdings ein Problem mit der Harnsäurekonzentration hat, sollte auf purinarme Ernährung achten.

Da Purine aus der Nahrung vom Stoffwechsel in Harnsäure umgewandelt werden, sind sie für alle von Bedeutung, die bereits an Gicht leiden oder ein erhöhtes Risiko aufweisen, an Gicht zu erkranken.

Gicht – wenn die Harnsäure auskristallisiert, tuts weh

Denn wenn der Harnsäurespiegel im Körper so hoch ist, dass die Nieren ihn nicht mehr bewältigen können, dann lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken und Sehnen ab – das führt zu Gicht. Und die ist schmerzhaft.

Vor allem bei einer purinreichen Ernährung erhöht sich der Harnsäurespiegel – man spricht dann von einer Hyperurikämie. Liegt der Harnsäurespiegel im Blut höher als 6,4 Milligramm pro Deziliter Blut, steigt das Risiko, einen Gichtanfall zu erleiden, deutlich an.

Ist der Purin-Stoffwechsel ernsthaft gestört wie etwa bei der erblichen Hyperurikose (Lesch-Nyhan-Syndrom), kann das in schweren Fällen geistige Behinderung und auffällig aggressives Verhalten nach sich ziehen – glücklicher Weise ist diese Krankheit eher selten.

Purine in Lebensmitteln

Als purinreiche Nahrungsmittel gelten Innereien sowie alle Fleisch- und Wurstsorten. Kann man im Sinne einer fettreduzierten Ernährung noch auf Geflügelfleisch ausweichen, so spielt das leider bei einer purinarmen Ernährung keine Rolle. Auch Fisch, Krusten- und Schalentiere enthalten eine hohe Purin-Konzentration.

Die Purine verstecken sich sogar im Gemüse und so sollten verschiedene Kohlsorten, Spargel, Hülsenfrüchte und Spinat nicht allzu sorglos verzehrt werden, wenn man bereits Gicht hat oder einen erhöhten Harnsäurespiegel. Als purinarme Nahrungsmittel gelten unter anderem alle Milch- und Getreideprodukte, dazu Eier und Gemüse.

Purine in Getränken

Auch bei Getränken ist Vorsicht geboten. In einem einfachen Glas Orangensaft befinden sich gut zehn Gramm Purine. In 0,5 Litern Bier sind rund 75 Milligramm Purin enthalten. Auch wenn Sie nun auf alkoholfreies oder Diätbier ausweichen, ändert das kaum etwas am Purinwert.

Wein hingegen ist frei von Purinen. Das heißt allerdings nicht, dass er dass er bedenkenlos genossen werden kann, denn der Alkoholgehalt des Weines beeinflusst seinerseits die Harnsäurewerte. Getränke, die völlig frei von Purinen sind, sind Kaffee, Schwarztee oder Mineralwasser.

Ausgewogene Ernährung schützt vor zu hohem Harnsäurespiegel

Die Purine sollten jedoch nicht verteufelt werden. Wie bei so vielen Dingen kommt es auch bei ihnen auf die Dosis an. Zudem sind nicht nur die Purine allein für die Entstehung von Gicht verantwortlich, sondern einige weitere Faktoren wie bestimmte Medikamente, einige Krankheiten oder lange Fastenkuren tragen ebenfalls ihren Teil zur Entwicklung von Gicht bei.

Essen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe also am besten ausgewogen und abwechslungsreich. Fleisch und Wurst müssen nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen, doch wenn Sie Ihre Mahlzeiten an zwei bis drei Tagen damit bereichern, ist das völlig in Ordnung. Auch gegen ein Glas Wein am Abend ist dann nichts einzuwenden.

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