Wer schwanger ist und krank wird, hat ein Problem: Medikamente können das Ungeborene schädigen. Doch welche Medikamente gut verträglich sind und welche nicht, ist bei der Fülle an Arzneimitteln für den Einzelnen kaum zu überblicken. Doch seit Oktober 2008 kann man sich in einer Datenbank im Internet über Risiken bei der Anwendung von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit informieren – ein Dienst, der sowohl von der Fachwelt als auch von der breiten Öffentlichkeit sehr gut angenommen wurde, wie das Gesundheitsministerium in einer Pressemitteilung berichtet.
Die Anzahl der Besucher auf den Webseiten www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de und www.embryotox.de stieg bis Mai 2012 von anfänglich ca. 600 auf durchschnittlich 2.200 pro Werktag.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Ulrike Flach erläutert den Zweck der Datenbank: „Die Informationen richten sich sowohl an interessierte oder betroffene Laien als auch an medizinisches Fachpersonal. Wir haben so erreicht, dass die Sensibilität für eine differenzierte Risikobewertung von Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit erhöht wurde. Außerdem bietet die Informationsdatenbank praktische Lösungen für die häufigsten Entscheidungssituationen in Schwangerschaft und Stillzeit an.“
Die Datenbank wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelt, das Teil des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Aktionsplanes 2008/2009 zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist. Die Datenbank kann die wachsende Anzahl von Fragen zur Arzneimitteltherapiesicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit situationsgerecht, qualitätsgesichert und unabhängig beantworten.
Ergänzt wird sie durch ein weiteres Forschungsprojekt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit, bei dem es um die internetgestützte Erfassung und Auswertung von Schwangerschaftsverläufen nach Medikamenteneinnahme geht.
Je nach Jahreszeit werden z.B. während der Pollensaison viele Informationen zu Antiallergika gegen Heuschnupfen abgerufen, während der Grippesaison entsprechend mehr Informationen zum Thema Grippeschutzimpfung. Saisonunabhängig wird nach Informationen zu Schmerztherapie, zu psychiatrischen, rheumatischen und anderen chronischen und akuten Erkrankungen bei Schwangeren und Stillenden gesucht.
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