Phytotherapie – Arzneimittel aus Pflanzen (4)
Arzneimittel auf pflanzlicher Basis eignen sich auch für Herz- und Kreislaufbeschwerden sowie für Probleme des Bewegunsapparates.
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Arzneimittel auf pflanzlicher Basis eignen sich auch für Herz- und Kreislaufbeschwerden sowie für Probleme des Bewegunsapparates.
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Unser Verdauungssystem reagiert empfindlich auf falsche Ernährung, Viren, Bakterien, auf Stress und andere psychische Belastungen. Sollten Beschwerden mehrere Tage andauern, ist unbedingt der Gang zum Arzt angeraten, aber als Erste Hilfe sind Heilkräuter beliebt und geschätzt.
Bei Bauchkrämpfen und Blähungen sind Kümmel und Fenchel Heilmittel, die in Teeform oder als Speisewürze aus der deutschen Küche nicht mehr wegzudenken sind. Gegen Übelkeit und Erbrechen ist Ingwer sehr erfolgreich, auch Melisse und Pfefferminze machen sich beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt bemerkbar.
Die Gerbstoffe von Blutwurz, Frauenmantel, Brombeerblättern oder Eichenrinde lassen sich bei Durchfall nutzen, um die Darmschleimhaut zu beruhigen und zusammenzuziehen.
Bei Verstopfung kann die Darmtätigkeit durch Quellstoffe wie Leinsamen oder Flohsamen, zusammen mit reichlich Flüssigkeit, angeregt und durch die entstehenden Schleimstoffe der Darm gleichzeitig geschont werden. Diese beiden Samen sind oft auch bei einem Reizdarm wertvolle Hilfe, einer chronischen Erkrankung, die oft mit Krämpfen einhergeht. Ihnen kann die wohlschmeckende Pfefferminze entgegenwirken.
Äußerst bewährter Helfer bei Blasenentzündung ist die Cranberry, die mit ihren entzündungshemmenden Wirkstoffen in den Harnwegen und der Blase ein Klima schafft, das Keimen und Bakterien kaum eine Chance lässt. Wer häufig unter Harnwegsinfekten leidet, kann Cranberryprodukte als Langzeit-Therapie anwenden.
Auch Bärentraubenblätter haben antibakterielle Wirkung. Um Keime und Bakterien auszuspülen, sind bei Erkrankungen der Harnwege entwässernde Heilkräuter wie Brennnessel oder Goldrute für Tees sehr geeignet.
Heilkräuter, die in getrocknetem Zustand Drogen genannt wurden und den Drogerien ihren Namen gaben, gehören schon seit Jahrtausenden zu den Mitteln, mit deren Hilfe sich der Mensch gegen allerlei Krankheiten und Gebrechen zur Wehr setzt.
Sie haben auch heute neben Antibiotika und sonstigen chemisch reinen Wirkstoffen ihren Platz, zumal sie oft milder wirken und weniger Nebenwirkungen haben als moderne Arzneimittel. Doch eine Reihe von Heilpflanzen ist schon in geringen Dosen hoch giftig, weshalb man Fingerhut, Maiglöckchen, Stechapfel und Co. auf keinen Fall in Eigenregie einnehmen sollte.…
Mit der Richtlinie zur Verwendung traditioneller und pflanzlicher Medizinischer Produkte THMPD (Richtlinie 2004/24/EG) Traditional Herbal Medicinal Products Directive (Directive 2004/24/EC) soll ab 30. April 2011 die Verwendung zahlreicher traditioneller Heilkräuter und damit hergestellter Produkte wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel illegal werden, wenn es nach der EU und den Interessen großer Pharmakonzerne geht.
Anmerkung: Da durch die stark verkürzte Schreibweise hier offenbar bei manchen Leuten der Eindruck entsteht, es würden ‚Verschwörungstheorien‘ propagiert, wird hiermit den Verweis auf Interessensgruppen gestrichen.
Das betrifft nicht nur traditionelle europäische Heilkräuter, auch die verwendeten Mischungen aus Ayurveda, TCM und anderen „ganzheitlichen“ Medizinsystemen wären betroffen. Heidi Stevenson hat auf der Webseite von GoPetition eine Petition an die EU vorbereitet, in der zum Stop der Richtlinie aufgerufen wird – hier kann man die Petition unterzeichnen, um die traditionelle Verwendung von Heilkräutern in der Europäischen Union zu schützen. Und hier gibts noch eine Übersetzung der Petition ins Deutsche.…