Phytotherapie – Arzneimittel aus Pflanzen (1)

Heilkräuter, die in getrocknetem Zustand Drogen genannt wurden und den Drogerien ihren Namen gaben, gehören schon seit Jahrtausenden zu den Mitteln, mit deren Hilfe sich der Mensch gegen allerlei Krankheiten und Gebrechen zur Wehr setzt.

Sie haben auch heute neben Antibiotika und sonstigen chemisch reinen Wirkstoffen ihren Platz, zumal sie oft milder wirken und weniger Nebenwirkungen haben als moderne Arzneimittel. Doch eine Reihe von Heilpflanzen ist schon in geringen Dosen hoch giftig, weshalb man Fingerhut, Maiglöckchen, Stechapfel und Co. auf keinen Fall in Eigenregie einnehmen sollte.

Unter den Hausmitteln sind phytotherapeutische Produkte weit verbreitet – hier ein Überblick, welche Pflanzen gegen welche Wehwehchen oder ernsthaften Krankheiten in der Pflanzenheilkunde eingesetzt werden:

Mit pflanzlichen Mitteln gegen Atemwegserkrankungen

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – die herbstlichen Begleiter gehören zu den klassischen Einsatzgebieten für Heilkräuter. Erkältungskrankheiten zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt, denn durch Nase, Hals und Bronchien nehmen wir täglich zahlreiche Schadstoffe und Erreger aus der Atemluft auf.

Meist sind Viren die Auslöser für Atemwegsinfekte, doch häufig kommen noch Folgeerkrankungen durch Bakterien hinzu, die auf den geschwächten Schleimhäuten einen idealen Nährboden finden. Deshalb ist es wichtig, den Körper gleich zu Beginn einer Erkältung mit pflanzlichen Hilfsmitteln zu stärken, bei der Heilung zu unterstützen und die Symptome zu lindern.

So bilden beispielsweise die Wirkstoffe in Isländisch Moos, Spitzwegerich oder Malve eine schützende Schicht auf den Schleimhäuten und wirken dem kratzenden Gefühl entgegen. Die ätherischen Öle im Salbei, Myrrhe und Pfefferminze sind entzündungshemmend und antibakteriell.Als schleimlösend haben sich Fenchel und Thymian bewährt.

Häufig werden Atemwegerkrankungen auch von Fieber begleitet. Das ist dem Körper durchaus eine Hilfe beim Bekämpfen der Infekte, sollte aber nicht zu hoch steigen, da es sonst zu sehr schwächt. Wadenwickel oder Waschungen mit lauwarmem Wasser, dem Pfefferminz- oder Salbeiöl zugesetzt wurde, können die Temperatur behutsam senken.

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