Low carb-Diäten wie die Logi-Methode, die auf wenig Kohlehydrate setzen, interessieren immer mehr Menschen. Weil krankhafte Fettleibigkeit rund um den Globus rasant steigt, versuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt seit etlichen Jahren, dem komplexen System von Hunger und Sättigung mit seinen zahllosen körperlichen Regelkreisen auf die Schliche zu kommen: Warum entwickelt ein immer größerer Teil der Menschheit Übergewicht? Hängt es an der Zusammensetzung der Lebensmittel, ihrem Gehalt an Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten ?
Der deutsche Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm glaubt, im Dschungel der wissenschaftlichen Studien den Ursachen auf die Spur gekommen zu sein –
„Low Glycemic and Insulinemic Diet“ – dafür steht LOGI – bedeutet, dass diese Ernährungsform darauf abzielt, die Insulin- und Blutzuckerwerte auf einem gleichmäßig niedrigen Niveau zu halten.
Die Hintergründe der LOGI-Diät
Das so genannte amerikanische Paradoxon, dass bei immer fettärmerer (aber kohlenhydratreicher) Ernährung die allgemeine Verfettung der Bevölkerung zunimmt, während bei einer relativ fettreichen (aber kohlehydratärmeren) Ernährung wie in Frankreich das Gegenteil zu sehen ist, sollte zu denken geben. Und das hat es bei manchen Wissenschaftlern getan.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in ihrer Ernährungspyramide aus dem Jahr 2004 für eine gesunde Ernährung täglich 28 bis 31 Energieprozent aus Fett aufzunehmen, 16 bis 17 Energieprozent aus Eiweiß und 52 bis 53 Energieprozent aus Kohlenhydraten.
Die LOGI-Diät dagegen ist eiweißreich, fettbewusst, ballaststoffreich und kohlenhydratarm. „Viel Gemüse, Salate, frische Früchte sowie reichlich eiweißhaltige Nahrung wie Fleisch, Geflügel und Fisch, Milchprodukte und Nüsse sowie Hülsenfrüchte“ bilden die Basis für die Ernährung mit der ‘low carb’ Logi-Diät, so der Ökotrophologe Nicolai Worm, der eine eigene LOGI Pyramide zusammengestellt hat. Dazu kommen hochwertige Fette und Pflanzenöle.
In Punkto Obst und Gemüse sind sich Worm und die DGE einig – mindestens 400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Obst sollten es pro Tag schon sein, meint auch die DGE. Doch bei Eiweiß und Kohlenhydraten scheiden sich die Geister.
Keine Fressattacken dank LOGI Kost mit niedriger glykämischer Last und reichlich Eiweiß?
Wie sieht es denn bei der LOGI-Ernährung aus mit Nahrungsmitteln, die viele Kohlehydrate enthalten wie etwa Vollkornprodukte? Getreide, Kartoffeln, auch kohlenhydratreiches Obst wie Bananen sollte man nur in sehr geringen Dosen genießen, empfiehlt Nicolai Worm in seinem Buch „Glücklich und schlank“ und schiebt diese Lebensmittel an die Spitze seiner LOGI-Pyramide.
Denn die heutzutage übliche Kohlenhydratmast führe zu den typischen Gesundheitsproblemen der modernen Zivilisation: metabolisches Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes plus Folgekrankheiten.
Studien an der Universität Karlsruhe, am Herzzentrum Bad Oeynhausen und an der Reha-Klinik Überruh in Isny im Allgäu in den vergangenen Jahren gezeigt, dass eine kohlehydratrezduzierte Kost diese Gesundheitsprobleme verringern oder sogar beenden kann.
In Isny stellte man zudem fest, dass es den Typ-2-Diabetikern, die an der LOGI-Diät mit ihrem hohen Eiweiß- und Fettanteil teilnahmen, leicht viel, die Diät beizubehalten. Denn zum einigen sättigt sie dank des hohen Eiweißanteils gut, zum anderen sorgt der vergleichsweise hohe Fettgehalt für mehr Geschmack – denn Fett ist ein Aromaträger. Ein weiteres motivierendes Erfolgserlebnis: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer brauchten weder Insulinspritzen noch Tabletten mehr, und bei der anderen Hälfte konnte die Dosis halbiert werden.
Nicolai Worm: Glücklich und schlank. Mit viel Eiweiß und dem richtigen Fett. Die LOGI-Methode in Theorie und Küche. 176 Seiten. Systemed-Verlag, 8. Auflage, 2009. EUR 19,90. ISBN-13: 978-3927372269
Wer die LOGI Ernährung testen will, kann 12 Wochen an einem Onlinekurs teilnehmen, informiert dieser Blog. Rezepte für die Logi Ernährung und eigene Erfahrungswerte bloggt Dennis Deutschmann.
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Juli 6th, 2010 um 01:13 | #1Low Carb-Diät – weg mit Kohlehydraten, her mit Fett und Protein? | Gesundheitxxl.com












