Loquat, die Japanische Wollmispel: exotisches Obst

Die Japanische Wollmispel oder Loquat (Eriobotrya japonica) stammt ursprünglich aus China und Japan und fand im Lauf des 18. Jahrhunderts den Weg in die Mittelmeerwelt. Mit der unserer einheimischen Echten Mispel (Mespilus germanicus) ist die japanische Mispel übrigens nicht verwandt. Den Beinamen ‚wollig’ hat das Rosengewächs wegen seiner filzig behaarten jungen Triebe und Blattunterseiten bekommen, und wer sie auf dem Markt oder im  Supermarkt kaufen will, der findet das süßsaure exotische Obst auch als Nispero oder Nespoli.

Wollmispel schmeckt roh und gekocht

Die gelben Loquat-Früchte haben etwa die Größe einer Aprikose, sind aber nicht rund, sondern eher pflaumenförmig. Die Schale der exotischen Frucht ist relativ dünn und hat bräunliche Flecken, wenn die Frucht reif ist. Im Inneren verstecken sich mehrere relativ große, dunkelbraun glänzende Kerne, die man nicht mitisst.

Das saftige, leicht säuerlich schmeckende Fruchtfleisch ist nicht nur lecker und erfrischend, sondern auch gesund. Dafür sorgen unter anderem der Gehalt an Calcium, Kalium, Phosphor, Beta-Carotin sowie Vitamin A und C.

Die geschälte und entkernte Loquat kann entweder roh genossen werden oder gekocht und gedämpft werden. Sehr gut macht sich die leckere Frucht zudem in Kompotts, Marmeladen, Gelees und im Kuchen.

Die Kerne der Loquat gehören übrigens nicht zwangsläufig auf den Kompost. Wenn sie keine Verletzungen aufweisen, dienen sie zur Aufzucht neuer Pflanzen, in gemahlener Form taugen sie zudem als exotisches Gewürz.

Loquats selber ziehen

Wer will, steckt die Kerne einfach in einen Blumentopf und zieht sich eine eigene Wollmispel für die Fensterbank. Sie eignet sich auch als Kübelpflanze für Terrasse oder Wintergarten. Die Pflanze ist nicht besonders anspruchsvoll, sollte aber am besten mit kalkarmem Wasser gegossen werden, z. B. Regenwasser.

Die Japanische Wollmispel hält Trockenheit gut aus und überwintert bei Temperaturen zwischen 5 und 15° Celsius an einem hellen Ort. Wer genaueres darüber wissen will, wie man mit einer Loquat-Pflanze umgeht, findet beim Gärtnerblog hilfreiche Informationen.

Und hier habe ich ein schönes Loquat Poster gefunden.

Loquat in der TCM

Auch aus heilkundlicher Sicht betrachtet ist die Loquat interessant. In der asiatischen Volksheilkunde wird ihr nachgesagt, dass sie den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen, das Immunsystem stärken, den Hustenreiz besänftigen und Magenleiden lindern könne. Zudem wirken die Kerne der Loquat harntreibend, sodass sie bei Harnwegsinfektionen unterstützend wirken kann.

Naturheilkundlich orientierte Therapeuten verwenden zur Stimulation der Fußreflexzonen Wirkstoffpflaster, in denen auch Loquat enthalten ist. Neben der Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens sollen die Früchte auch entgiftend wirken. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) empfiehlt den Verzehr von Loquats im Rahmen der Strahlentherapie bei Brusttumoren.

Ebenso wie Aprikosen, Wassermelonen oder Orangen gelten die Loquats in der TCM als Nahrungsmittel, das sich stärkend auf das Yin auswirkt, den Husten lindert und die Schleimbildung positiv beeinflussen soll.

Schöne Haut mit Japanischer Wollmispel

In Japan und China verwendet man die Japanischen Wollmispel auch für kosmetische Zwecke. Als Mittel gegen Pigmentflecken wie etwa Sommersprossen oder Altersflecken wird die für mehrere Monate in Reiswein gelegte Frucht über die betroffenen Stellen gestrichen. Äußerlich angewandt soll ein Sud aus den Blättern der Loquat bei Ekzemen im Kindesalter helfen.


2 Kommentare

  1. Hallo, ich lese gerade diesen interessanten Artikel. Ich habe ebenfalls aus einem Fruchtkern 2011 ein identisches Bäumchen gezogen, so wie hier abgebildet. Allerdings hatte meine im REWE- Lebensmittelmarkt gekaufte Frucht das Aussehen und die Größe unserer Hauspflaume, war tief violett, bis schwarz, von angenehmer exotischer süße, hatte nur einen olivengleichen Kern, braun, wovon der innere Kern neu austrieb. Der Gegensatz zu ihrer obigen Darstellung lässt also vermuten, dass es noch andere Gattungen der Mistelart gibt. Die genannten Lebensbedingungen der Mistel sind her richtig genannt.
    Wer von unseren Interessenten dieses Blocks kann hier einen fachmännischen Standpunkt vertreten?
    Danke.

    • Hallo GerMie,
      danke für Ihre Frage. Da Sie leider für die gekaufte Frucht keinen Namen nennen können, ist sie jedoch eigentlich nicht zu beantworten.

      Es gibt zahlreiche Pflanzen, die einander ähnliche Blätter haben, aber durchaus nicht verwandt sind – die Blätter reichen als einziges Entscheidungskriterium nicht.

      Auch die ‚exotische Süße‘ ist kein Erkennungsmerkmal – richtig reife gewöhnliche Pflaumen können zuckersüß sein.

      Was die Fruchtfarbe betrifft: Es gibt z. B. unzählige Pflaumenarten, die in der Farbe von Grünlich-gelb (z. B. Reineclaude) über Goldgelb (z. B. Mirabelle) bis zu allen Abstufungen von Gelb über Rot bis Violett (Spilling) oder Tiefviolett (Echte Zwetschge) reichen. Vielleicht hatten Sie also einfach eine Pflaumensorte erwischt, die Sie vorher noch nicht kannten?

      Zudem gibt es noch sprachliche Verwirrungen: In diesem Text ist von einer japanischen Woll-MisPel (mit P) die Rede, der botanische Name ist Eriobotrya japonica, die überhaupt nicht verwandt ist mit unserer einheimischen Mispel (Mespilus germanica). Die Weißbeerige MisTel (mit T), botanisch Viscum album ist mit beiden Mispeln nicht verwandt. Sie ist ein so genannter Halbschmarotzer und wächst auf Bäumen, denen sie einen Teil der Nährstoffe entzieht.

      Wenn Sie genau wissen wollen, um welche Pflanzenart es sich bei Ihrem Bäumchen handelt, dann suchen Sie am besten in Ihrer Region einen alten Obstbauern auf. Die erkennen viele Bäume bereits an den Blättern. Oder Sie suchen sich einen Botaniker.

      Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*