Kommt die Sprache auf Heil- und Arzneipflanzen, so denkt man hierzulande vielleicht an Heilkräuter oder allenfalls noch an die berühmte Aloe-Vera Pflanze. Aber ganz sicher nicht an den Bambus, den man in Europa allenfalls aus dem Garten kennt. Was dieser unglaublich vielseitigen Pflanze aber nicht gerecht wird, in Asien kennt man über 1000 mögliche Verwendungen für ihn – und das ist nur eine grobe Schätzung, denn ständig kommen neue hinzu.
Der Bambus ist schon vom Aufbau her eine sehr außergewöhnliche Pflanze. Obwohl manche Arten bis zu 40 Meter hoch werden und und einen Stammumfang von 80cm erreichen, ist der Bambus kein Baum sondern ein Gras. Genau gesagt gehört er zu einer Unterfamilie der Süßgräser (Poaceae), zu denen auch der Mais und so manche Getreidesorte zählen. Die Stämme sind also Halme, was auch ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Belastungen erklärt. Denn ein Halm ist ihnen hohl, was eine überaus gute Statik ergibt. Das macht ihn natürlich beliebt als Baumaterial, wer hat noch nicht jene Bilder von asiatischen Baustellen gesehen, mit Bambusgerüsten die sich über 20 Stockwerke erstrecken. Aber in Asien ist die Pflanze auch schon lange als Heilmittel bekannt.
Die TCM (traditionelle chinesische Medizin) setzt den Bambus (Chin. Zhú ?) schon seit mindestens 3000 Jahren ein. Aber auch die westliche Pharmaindustrie wacht langsam auf und beginnt ihn zu nutzen. Forschungen haben ergeben, dass der Bambus extrem viel Kieselsäure mit dem wertvollem Spurenelement Silicium enthält. Die fördert das Wachstum von Haaren, Haut und Knochen. In Asien werden Bambusextrakte aber auch schon lange erfolgreich zur Behandlung von Depressionen, Nervosität, Blutungen, Fieber, Bronchitis und Schwächen der Wirbelsäule eingesetzt.
Auch die aus Indien bekannte blutstillende Wirkung und seine Wirkung bei Asthma und Lepra wurde bereits bestätigt. Die Kosmetikindustrie hat den Bambus ebenfalls schon entdeckt, aus den Blättern werden Flavonoide gewonnen die als Antioxidantien in Kosmetikanwendungen zur Anwendung kommen.
Aber das war erst der Anfang, die TCM kennt Hunderte von Anwendungsmöglichkeiten, die auch die westliche Forschung in den nächsten Jahren unter die Lupe nehmen wird. Man darf also gespannt sein.
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