Hashimoto: Autoimmunerkrankung der Schilddrüse

Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis: Der japanische Arzt Hakaru Hashimoto (1881–1934), der unter anderem in Göttingen und Berlin arbeitete, war der erste, der eine chronische Entzündung der Schilddrüse beschrieb und ihr so seinen Namens verlieh.

Unser Immunsystem basiert auf vielen komplizierten und ineinandergreifenden Prozessen. Oft genügen kleine Störungen und es kommt zu weitreichenden Auswirkungen. An welcher Stelle des Körpers und wie stark sich eine Immunerkrankung äußert, ist oft nicht vorhersehbar.

Auch die Schilddrüse ist manchmal die Leidtragende, wie etwa bei der umgangssprachlich verkürzt Hashimoto genannten Erkrankung. Studien zufolge liegen die Erkrankungsraten in Westeuropa bei etwa sechs bis acht Prozent, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer.

Symptome bei Hashimoto

Meist sind zu Beginn der Erkrankung Symptome wie Schlaflosigkeit, Herzrasen, Schwitzen, Gewichtsverlust und Nervosität festzustellen als Folge der Schilddrüsenüberfunktion im Anfangsstadium von Hashimoto.

Im weiteren Verlauf stellt sich eine Schilddrüsenunterfunktion ein mit Anschwellen der Schilddrüse, Schluckbeschwerden, Frieren, Ödemen im Gesicht, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Aber ein unterschiedlich ausgeprägter Krankheitsverlauf führt dazu, dass Ärzte ihn nicht immer richtig einordnen und von typischen Wechseljahrsbeschwerden ausgehen. Die Diagnose Hashimoto erfolgt deshalb oft erst spät.
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Diagnose: Schilddrüsenvergrößerung und Antikörper im Blut

Meist ist es die tastbare Vergrößerung der Schilddrüse, die den Arzt auf die richtige Spur führt. Eine Ultraschalluntersuchung weist auf die Entzündung der Schilddrüse hin. Eine Blutuntersuchung führt meistens zum Nachweis von Antikörpern, die Schilddrüsenhormone und Schilddrüseneiweiß bekämpfen und eine Unterfunktion bewirken.

TPO-AK (Thyreoperoxidase-Antikörper) und Tg-AK (Thyreoglobulin-Antikörper) sind die häufigsten Marker. Auch der TSH-Wert des Blutes ist ein wichtiger Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion: Das Steuerhormon TSH wird von der Hirnanhangsdrüse produziert, um die Tätigkeit der Schilddrüse anzuregen. Hohe TSH-Werte zeugen also von einer nicht sehr aktiven Schilddrüse.

Was ist der Auslöser für Hashimoto-Thyreoiditis?

Absolute Gewissheit über die Ursachen besteht nicht. Fest steht, dass die Krankheit auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems beruht, das eigentlich schädliche Eindringlinge wie Viren oder Bakterien bekämpfen sollte. Jetzt richtet es sich aber plötzlich gegen körpereigenes Gewebe, löst dadurch Entzündungen der Schilddrüse aus und setzt die Produktion von Antikörpern in Gang.

Häufig lassen sich genetisch bedingte Krankheitsanfälligkeiten feststellen und bei derartigen Vorbelastungen kann eine erhöhte Jodzufuhr die Krankheit zum Ausbruch führen. Auffallend ist, dass vor allem stressgefährdete Frauen am häufigsten zu den Hashimoto-Patienten gehören.

Sie müssen vor allem im Falle einer Schwangerschaft auf eine ausreichende Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion achten, um eine Mangelversorgung des Ungeborenen auszuschließen.

Lebenslang Hormone oder möglicherweise alternative Therapien?

Eine vollständige Heilung von Hashimoto Thyreoiditis gibt es nach derzeitigem Stand nicht. Die medikamentöse Behandlung durch Zufuhr von Schilddrüsenhormonen wie Thyroxin ist die gängige Therapieform und hilft, die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Doch auch verschiedene alternative Therapieansätze sind bekannt, die bei der Ursachenbekämpfung, der Stoffwechselstörung, ansetzen. So empfehlen einige Heilpraktiker die Gaben von Zink und Vitamin B6 zum Ausgleich eines Defizites, der Stoffwechselstörungen bewirkt. Auch über Erfolge durch den Einsatz klassischer Homöopathie zum Wiederherstellen eines gesunden Immunsystems wird von einigen Patienten berichtet. pm

In jedem Falle aber gilt: Schilddrüsenerkrankungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und auch nicht selbst zu therapieren versuchen. Wer sanfte Heilmethoden anwenden möchte, sollte sich an solche Ärztinnen oder Ärzte wenden, die Risiken und Chancen von Schulmedizinischer und alternativen Behandlungsweisen abschätzen können, weil sie sich mit verschiedenen Therapieansätzen befasst haben.

 Weitere Informationen:

www.hashimotothyreoiditis.de – ausführliche ärztliche Webseite mit Informationen zu Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten von Hashimoto-Tyreoiditis, Selbsthilfegruppen und Diskussionsforum

Hakaru Hashimoto: Zur Kenntnis der lymphomatösen Veränderungen der Schilddrüse (Struma lymphomatosa). In: Archiv für klinische Chirurgie. 97, 1912., S. 219–248

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