Warnung vor gesundheitsschädlichen Produkten: RAPEX Schnellwarnsystem der EU

Das RAPEX-Schnellwarnsystem der EU warnt jeden Freitag mit einer aktuellen Liste vor „allen gefährlichen Konsumgütern“, die „eine ernste Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher“ darstellen. Wer beispielsweise Schuhe oder Jeans online einkaufen will oder neue Wohnzimmermöbel wie Sessel oder Sofa auf der Einkaufsliste hat, sollte einen Blick in die online geführten Listen mit Produktwarnungen werfen. Hier findet man auch Markenware, die man sich besser erspart, wenn man nicht die eigene Gesundheit und die seiner Mitmenschen gefährden will. So hat etwa das Onlinemagazin Cleankids eine RAPEX-Warnung vom 16. Juli 2010 aufgegriffen und verweist auf den Verkaufsstop von Kinderturnschuhen, die mit Dimethylfumarat belastet sind.

Wer beim Schuhkauf fürs Kind (oder für sich selbst) im Karton kleine Säckchen mit ‚Silica Gel‘ oder ‚anti-mold desiccant‘ findet, sollte vorsichtig sein, warnt auch Heilpraxis.net.  Denn in diesen Säckchen versteckt sich häufiger das Biozid DMF, das zu schweren Hautschäden führen kann. Ob das Paar schicker Latschen, auf die man im Schlussverkauf spekuliert, tatsächlich ein guter Kauf ist oder man sich damit tendenziell eher Allergien einhandelt, darüber erfährt man vielleicht mehr bei RAPEX.

Wie funktioniert RAPEX?

Behörden der einzelnen Mitgliedsstaaten melden an das System „Informationen über das Produkt, die von ihm ausgehende Gefahr und die Maßnahmen zusammengefasst, die in dem betreffenden Land ergriffen wurden“. Ausnahme: Nahrungs- und Arzneimittel sowie medizinische Geräte werden nicht erfasst. Auch Hersteller und Händler können Informationen über gefährliche Güter melden.

Das Archiv enthält Warnungen seit 2005, man kann es z. B. nach Chemikaliennamen durchsuchen, und enthält dann eine Liste mit den Produkten, vor denen wegen dieser Chemikalien gewarnt wurde. Man kann aber auch nach Markennamen suchen, nach Produktkategorien oder Ländern.

Produkte, die das gefährliche DMF (Dimethylfumarat oder Fumarsäuredimethylester) enthalten: Schuhe, Jeans & Co.

Ein kleines Beispiel: Eine Recherche nach DMF ergibt 181 Produktwarnungen in der RAPEX Liste. In der online Liste finden sich vor allem Schuhe, aber auch Jeans, Kinderspielzeug, ein Reiterhelm und Sessel enthalten DMF.

In welchen Ländern werden Produkte mit Dimethylfumarate hergestellt? China ist Kandidat Nr. 1, aber auch Vietnam taucht häufiger auf, häufig ist die Herkunft unbekannt, europäische Staaten wie Belgien oder Italien sind ebenso als Herkunftsländer zu finden wie Indien.

Wer sicher gehen will beim Einkauf sollte Textilien bevorzugen, die nach dem Oeko-Tex® Standard 100 zertifiziert sind. „Beim Oeko-Tex® Standard 100 ist Dimethylfumarat als biozides Ausrüstungsmittel seit jeher ausgeschlossen. Auch die von der Oeko-Tex® Gemeinschaft akzeptierten biologisch aktiven Produkte enthalten kein Dimethylfumarat!“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinschaft für Textilökologie.

Was ist DMF und wie wirkt es sich aus?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMAS informiert in einem Artikel vom 8. Mai 2009 über DMF: Es handelt sich um ein „Biozid, das eingesetzt wird, um bestimmte Produkte (z.B. Ledermöbel, Schuhe) vor Schimmelpilzbefall zu schützen.“ In der EU war es bereits seit 1998 verboten, diese Chemikalie einzusetzen – nur der Import aus Drittländern wurde erst 2009 verboten. „Klinische Tests haben ergeben, dass DMF Gesundheitsschädigungen, insbesondere bei Haut­kontakt, verursachen kann“, heißt es beim BMAS weiter.

Die entsprechende Pressemeldung der EU werden die Gründe für das Verbot genannt: „Das Biozid Dimethylfumarat (DMF) hat bei Hunderten von Verbrauchern in der EU schwere allergische Reaktionen, etwa Juckreiz, Hautirritationen und -rötungen, Verbrennungen sowie in einigen Fällen akute Atembeschwerden hervorgerufen, weil es bei gängigen importierten Konsumgütern wie Sofas und Schuhen zum Einsatz kommt.“

Bei Arte gibt es einen Film, der über Giftstoffe in Kleidung und Schuhen und speziell über DMF informiert:

Aktuelle Hinweise zu schädlichen Produkten

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