Kräuter in der Kräuterschnecke selber anbauen: Anleitung für den Bau einer Kräuterspirale

Wer einen Garten sein eigen nennt, sollte im Herbst oder aber im zeitigen Frühjahr damit beginnen, alles für eine reiche Kräuterernte vorzubereiten. Denn kaum etwas ist so aromatisch und gesund wie frisch gepflückte Würzkräuter. Kaum jemand wird jedoch einen Garten haben, der von allein für alle Kräuter geeignete Standortbedingungen bietet. Eine Kräuterspirale oder Kräuterschnecke anlegen ist da eine gute Idee, um in dieser Hochbeet-Variante unterschiedliche Mini-Biotope für verschiedene Standortansprüche auf kleinem Raum herzustellen.

Kräuterspirale: Optimale Kräuterstandorte auf kleinstem Raum

Optimale Mini-Lebensräume für die unterschiedlichsten Kräuter bietet eine Kräuterspirale im heimischen Garten. Sie ist nicht nur leicht zu bauen – das kann man auch gemeinsam mit den Kindern tun – sondern sieht schön aus und liefert von Frühjahr bis in den Winter hinein frische Kräuter und Futter für Schmetterlinge und Bienen.

Wer wenig Zeit hat, kann statt eine Kräuterspirale selber zu bauen sie auch gleich vorgefertigt kaufen. Es gibt Modelle aus Holz oder aus Stein. Tipps für verschiedene Themen-Kräuterspiralen mit Bauanleitung und Kräuterportraits bieten übrigens Irmela Erckenbrechts Bücher, die im Pala-Verlag Darmstadt erschienen sind:

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Sonne oder Schatten? Fetter oder magerer Boden?

Wer selbst Kräuter anbaut, hat sicher schon festgestellt, dass es nicht so leicht ist, ihren unterschiedlichen Ansprüchen an Sonne, Feuchtigkeit und Bodenqualität gerecht zu werden. Besonders dann nicht, wenn der Garten nur klein ist. Doch eine Kräuterspirale schafft Abhilfe: Auf einem Minimum von rund zwei Quadratmetern bietet sie Kleinklimata, die für fast jedes Kraut optimale Wachstumsbedingungen schaffen.

Doch welches Kraut braucht welches Plätzchen? Einheimische Kräuter wie Petersilie, Dill und Schnittlauch mögen es sonnig aber nicht zu heiß. Waldmeister wächst gut in schattigeren Gefilden. Die beliebten mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei und Basilikum brauchen unbedingt einen Platz an der Sonne. Doch während die ersten vier holzigen Mittelmeerkräuter auch mit Trockenheit gut zurecht kommen, verlang Basilikum nach ausreichend Wasser – nasse Füße mag er jedoch nicht. Ganz im Gegensatz zur würzig-scharfen Brunnenkresse, die am liebsten an fließenden Gewässern wächst.

Zitronenmelisse und Minze machen sich gern unverhältnismäßig breit. Wer sie pflanzen will, ist gut beraten, sie mitsamt dem Topf in die Erde zu setzen. So breiten sie sich nicht unkontrolliert aus.

Geeigneter Standort für den Bau einer Kräuterspirale

Eine sonnige Ecke, möglichst in der Nähe der Küche, damit man beim Kochen stets frische Kräuter in Reichweite hat, ist ein guter Standort für eine Kräuterspirale. Als Baumaterial kann man sowohl Kunststeine verwenden (die ‚Knochen’) wie auch Natursteine. Aus denen legt man zunächst den Grundriss von außen nach innen.

Man beginnt mit einem Mini-Teich im Osten. Der besteht z. B. aus einem großen Mörteleimer, der im Boden eingegraben wird, so dass der Rand nur wenig übersteht. Der Rand wird nun mit Steinen eingefasst, und dann legt man nach links Steine für die Spirale an, die sich also nach rechts eindreht.

Die Spiralmauer sollte an der Basis etwa einen halben Meter breit sein, jede daraufgesetzte Steinschicht wird schmaler, um die Stabilität zu gewährleisten. Am höchsten Punkt wird die Mauer etwa einen Meter hoch und nur noch 25 cm breit sein. Mörtel braucht man für diese Trockenmauern nicht.

Kräuterspirale bauen – die Füllung: Schutt, Steine, Erde

Den Raum zwischen den Mauern füllt man mit Bauschutt oder Natursteinen an und deckt die Füllung mit einer Erdschicht ab. Das sorgt für eine gute Entwässerung, zudem speichert die Mauer Wärme.

Am höchsten Punkt der Spirale darf auch die deckende Erdschicht mit Sand oder Steinen versetzt sein – hier ist der richtige Standort für mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Lavendel, die mit trockenem und magerem Boden zurecht kommen. Ihnen folgen Dost und Salbei.

In der Spiralenmitte mit etwas mehr Erde gedeihen Ysop, Basilikum, Estragon und Bohnenkraut.

In den unteren Bereichen der Spirale, nahe dem Mini-Teich, verwendet man überwiegend Gartenerde – hier werden die Kräuter gepflanzt, die mehr Feuchtigkeit und reichhaltigeren Boden brauchen. Hier fühlen sich Petersilie, Schnittlauch, Kapuzinerkresse und Zitronenmelisse zu Hause. Direkt am Teich wachsen Brunnenkresse oder Minzearten

Wer die weltgrößte Kräuterspirale in Telfs/Österreich von Permakulturdesigner Tobias Schediwetz in verschiedenen Bau- und Pflanzstadien sehen will, findet im Fotoblog von Kraeuterspirale Bilder seit 2005…

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