Tropenfrucht Durian (Durio zibethinus) – Stinkfrucht oder königliches Obst?

Tropenfrüchte sind uns in Europa oft zu Beginn etwas suspekt. So z. B. die Frucht des Durian-Baumes. Etwa kopfgroß und bis zu acht Kilogramm schwer, mit kegelförmigen, facettierten grünbraunen Stacheln gespickt ist diese igelartige Tropenfrucht, an der sich die Geister scheiden: Durian. Die in Südostasien beheimatete Durian (Durio zibethinus) wird sowohl ‚Stinkfrucht’ als auch ‚Königin der Früchte’ genannt. Wer sie noch nicht gerochen hat, bekommt zumindest eine Ahnung von der Duftstärke, wenn er erfährt, dass sie in Flugzeugen tabu ist. Welches harmlose Obst wird denn da aus der Luft verbannt?

Über die genaue Richtung des Geruchs ist man sich nicht gänzlich einig – faule Eiern dominieren jedenfalls, auch verdorbener Käse, uralte Schweißfußsocken, verfaulten Zwiebeln oder Urin werden gern zum Vergleich herangezogen. Nur in einem Punkt stimmen Liebhaber wie Verächter der Durian überein: sie stinkt definitiv.

Doch während ein Teil der Menschheit vom Geruch der Durian-Frucht bis zum Erbrechen gereizt wird, gelingt es dem anderen Teil, den Stinkbombenalarm zu ignorieren und sich dem delikaten Inneren der Zibetfrucht, wie sie auch genannt wird, zu widmen.

Das Innenleben der Durian-Frucht

Das Innere der Durian enthält fünf Segmente, in denen ein cremiges Fruchtfleisch von puddingartiger Konsistenz jeweils ein bis fünf kastaniengroßen Samen umhüllt. Sie kann man geröstet ebenfalls essen. Die Farbe des Fruchtfleisches ist unterschiedlich: es gibt weiße Exemplare, manche sind leuchtend gelb oder pink, andere warten mit orangefarbenem Fleisch auf.

Der Geschmack der Durian wird beschrieben als sahnig-cremig mit Anklängen an Mandeln und Sherry, aber auch würzig mit zwiebeligen Noten – eine ungewöhnliche Komposition, in jedem Falle.

Der holländische Entdecker Jan Huygen van Linschoten (1563–1611) beschrieb die Durain im 57. Kapitel seiner „Voyage to the East Indies“ folgendermaßen: „In Malacca gibt es eine Frucht, die so angenehm für den Geschmacks- und Geruchssinn ist, dass sie alle Früchte Indiens und Malaccas übertrifft. (…) Wer sie nie zuvor gegessen hat, denkt, dass sie wie verrottete Zwiebel riecht, wenn er mit ihr bekannt wird, aber wenn er sie probiert hat, schätzt er sie höher als alle anderen Früchte, im Geschmack wie im Aroma. Bei den gelehrten Doktoren ist sie so hochgeschätzt, dass sie denken, dass man ihrer niemals satt werden kann“.

Das Fruchtfleisch enthält viel Betakarotin sowie die Vitamine B1, B2, Niacin und Vitamin C. 100 Gramm Fruchtfleisch haben etwa 144 Kalorien.

Asiatische Spezialität – Stinkfrucht Durian süß oder herzhaft

In Asien ist man die Frucht nicht nur frisch vom Baum. Sie wird mit Palmzucker und Kokosmilch zu einer Bonbonmasse verkocht, verleiht Eiscreme ein spezielles Aroma oder wird in fermentiertem Zustand mit Chili gewürzt und als Sauce zu Krabben gereicht.

Übrigens: Durian und Alkohol vertragen sich nicht, man sollte sie niemals gemeinsam zu sich nehmen.

Angebaut wird der Durianbaum in Indonesien, den Philippinen, Malaysia und Thailand. In Thailand ist sie außerordentlich beliebt – rund 800.000 Tonnen verspeist man dort pro Jahr. Aber weil der Geruch auch die Thais unangenehm in der Nase kitzelt, hat der thailändische Wissenschaftler Songpol Somsri im Auftrag der Regierung in jahrelanger Arbeit aus mehr als 90 Durianarten eine geruchlich unauffälligere Frucht gezüchtet, die Chantaburi No. 1, die er 2007 erstmals präsentierte.

Wer nicht das Wagnis eingehen und eine leibhaftige Durian kaufen will, kann sich auch erst einmal vorsichtig heranwagen – in der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart bietet sich die Gelegenheit in einem hervorragenden kleinen vietnamesischen Restaurant: Fanny Tran Nong bietet im „Noodle 1“ (Wilhelmsplatz 1, 70182 Stuttgart) einen klassischen vietnamesischen Fruchtshake aus der Durian an – und dazu gibt es köstliche asiatische Suppen und Gerichte aus dem Wok in ansprechender Atmosphäre.

1 Kommentar

  1. Die Durian Frucht war ein besonderes Erlebnis in Asien. Ich war in Malaysia und habe die immer irgendwie am Strassenrand bei den Händlern gesehen aber mich nie damit beschäftigt. Erst als ich Warnschilder an Hotels gesehen habe, wo die Durian verboten war, habe ich mich damit beschäftigt. Ist schon beeindruckend und zeigt mir, es muss nicht alles perfekt sein. Ich mag den Geschmack nicht so sehr aber ok, viele andere schwören drauf. Auf alle Fälle gehört es zur Allgemeinbildung über dieses Frucht Bescheid zu wissen.

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