
Größenvergleich: Männliche Zecke neben Streichholz. © André Karwath, Creative Commons
Wenn Mensch, Hund oder Katze durch Wiesen und Wälder streifen, freuen sich der Gemeine Holzbock und seine vampirischen Zeckenverwandten. Endlich wieder Futter. An sich wäre ein Zeckenbiss
Leider können Zecken gefährliche Krankheiten wie Borreliose und FSME (Hirnhautentzündung) übertragen. Deshalb sollte man sich unbedingt vor Zeckenbissen schützen und – wenn man gebissen wurde – zum einen möglichst schnell die Zecken entfernen (am besten mit einer Zeckenzange) und in Risikogebieten gleich einen Arzt zu Rate ziehen.
Gibt es eine Impfung gegen Zecken?
Bislang gibt es noch keinen Impfstoff, der Zecken davon abschrecken würde, einen Menschen oder ein Tier zu beißen. Weil sie Krankheiten übertragen können, ist es also in jedem Fall wichtig, die Zecken möglichst schnell und vollständig zu entfernen.
Was versteht man unter der so genannten Zeckenimpfung?
- Impfung gegen FSME
Gegen einen Zeckenbiss kann man sich nicht impfen lassen, die so genannte Zeckenimpfung schützt aber vor der durch Zecken übertragenen Frühsommer- Meningoencephalitis (FSME). Das ist eine durch Viren hervorgerufenen Entzündung der Hirnhaut.FSME-Viren kann die Zecke gleich beim ersten Biss in den Blutkreislauf übertragen.
Gegen FSME sollte man sich impfen lassen, wenn man in einem Risikogebiet lebt, arbeitet oder Urlaub macht. Dann übernimmt auch meist die Krankenkasse die Kosten für die Zecken-Impfung.
- Impfung gegen Borreliose?
Gefährlicher als die FSME ist jedoch die ebenfalls von Zecken übertragene Lyme-Borreliose. Während an FSME pro Jahr in Deutschland rund 260 Menschen erkranken, liegt die Zahl der Borreliose-Neuerkrankungen bei rund 60.000, wie die Verbraucherzentrale Sachsen informiert.Borreliose wird durch das korkenzieherförmige Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst. Da diese Bakterien sich im Darm der Zecken aufhalten, werden sie üblicherweise erst nach einer längeren Saugzeit übertragen.
Zwar forscht man schon länger an einem Impfstoff gegen die Borreliose. Für Nordamerika hat man wohl mittlerweile einen gefunden. Aber für Europa ist das schwierig, weil hier verschiedene Varianten der Bakterien vorkommen, wie die Max-Planck-Gesellschaft informiert.
Typische Symptome der Borreliose, an der pro Jahr in Deutschland zwischen 40.000-80.000 Menschen erkranken, sind z. B. Schüttelfrost, Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen.
Wird die Borreliose nicht behandelt, können bei rund einem Fünftel der Erkrankten länger andauernde Lähmungen der Gesichtsnerven, Hirnhautentzündungen, Nervenreizungen im Rückenmark oder Herzrhythmusstörungen auftreten, so die Max-Planck-Gesellschaft.
Wie schützt man sich vor Zecken?
Der gemeine Zeck hockt ganz still im Gras, im Gebüsch oder im Unterholz und lauert, ob ein Opfer vorbeispaziert. Wer in Zeckenregionen lebt, sollte also vielleicht nicht gerade durch hüfthohes Gras schweifen.
Nützlich sind eine Kopfbedeckung und Kleidung, die möglichst hell ist und Arme und Beine bedeckt. Auf hellem Untergrund sieht man die kleinen Biester ganz gut, weil sie schwarz, braun oder grau sind.
Nach jedem Spaziergang sollte man die Kleidung komplett wechseln und dabei den Körper nach Zecken absuchen. Ein Staub- oder Läusekamm sammelt die Viecher aus dem Haar von Mensch, Hund und Katze, solange sie sich nicht festgebissen haben.
Auf dem Markt sind zudem verschiedene Insektenschutzmittel erhältlich, mit denen man sich und die Kleidung vor dem Spaziergang einsprühen oder einreiben kann. Zu den wirkungsvollsten Mitteln soll nach verschiedenen Tests bislang Autan gehören.
Zecken entfernen
Hat sich eine Zecke bereits festgebissen, sollte man sie möglichst rasch entfernen. Dazu verwendet man am besten eine professionelle Zeckenzange, wie es sie in Apotheken oder Drogeriemärkten zu kaufen gibt. Denn mit ihrer Hilfe kann man die Zecke mitsamt dem Kopf aus dem Körper ziehen.
Andere Mittel wie Öl, Alkohol oder Klebstoff sowie Pinzetten bergen die Gefahr, dass sich die Zecke erbricht und dabei Erreger in die Blutbahn bringt bzw. dass man ihr den Kopf abreißt.
Vorsicht Zecken: Risikogebiete für FSME und Borreliose
In Deutschland gibt es vor allem in Süddeutschland FSME-übertragende Zeckenpopulationen, etwa in Bayern (z. B. im Donautal) und Baden-Württemberg (z. B. am Bodensee), einigen Regionen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen.
In Österreich sind besonders die Steiermark und Kärnten betroffen.
Wer nach Osteuropa fährt, sollte sich ebenfalls in Acht nehmen vor den biestigen kleinen Blutsaugern: FSME-reiche Zeckengebiete sind Slowenien, Estland, Lettland und Litauen sowie Russland.
Zecken beißen auch Hund und Katze
Auch Haustiere sind bei Zecken beliebt: Der gemeine Holzbock saugt sich ebenso gern an Hund oder Katze fest wie am Menschen. Hier gilt dasselbe wie für Zweibeiner: Nach dem Spaziergang sollte man seinen vierbeinigen Liebling nach Zecken absuchen und sie möglichst schnell mit einer Zeckenzange entfernen. Dabei unbedingt darauf achten, dass der Kopf der Zecke mit entfernt wird.
Wer mit seinem Hund in die Mittelmeerländer reist, sollte unbedingt für Zeckenschutz sorgen. Denn dort übertragen Zecken zusätzlich Babesiose (Malaria-artige Symptome) und Ehrlichiose (Fieber, Erbrechen, Muskelzuckungen, später Blutungen).
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Juli 26th, 2010 um 13:05 | #1► Wie erkenne ich einen Zeckenbiss bzw. Zeckenstich?












