Bakterien mit dem kompliziert klingenden Namen Chlamydien sind für viele Infektionen in unserem Körper verantwortlich. Je nach Bakterienstamm können auch die Bronchien und die Lungen befallen werden, doch das Bakterium mit dem Namen Chlamydia trachomatis ist vor allem Ursache für unangenehme und folgenreiche Beschwerden im Bereich der Geschlechtsorgane.
Eine Chlamydien-Infektion gehört denn auch mit jährlich rund 300.000 Neuererkrankungen laut Schätzungen des Robert-Koch Institutes zu den verbreitetsten Geschlechtskrankheiten.
Große Dunkelziffer von Infizierten
Sowohl Frauen als auch Männer sind von einer Chlamydien-Infektion bedroht, doch in der Mehrzahl sind es Frauen, denen diese Geschlechtskrankheit schwerwiegende Folgen beschert, da den Bakterien durch den Muttermund quasi Tür und Tor geöffnet sind zu Gebärmutter und Eileitern.
So warnt denn auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Deutschland DGGG, dass laut einer Studie jedes 10. Mädchen im Alter von 17 Jahren infiziert ist, ohne dass es ihm bewusst ist, und dass jährlich rund 100.000 Frauen durch die Clamydieninfektion unfruchtbar werden. Vor allem die Tatsache, dass nicht immer Symptome auftreten, macht diese Geschlechtskrankheit so gefährlich.
Symptome einer Chlamydien-Infektion: Es juckt und brennt – aber nicht immer
Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz und Ausfluss sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen ein deutliches Alarmsignal, das auf Chlamydien hindeuten kann. Da die Inkubationszeit in der Regel zwei bis sechs Wochen beträgt, werden Infizierte oft unwissentlich selbst zum Überträger und geben die Bakterien an ihre Geschlechtspartner weiter.
Übertragungswege sind Vaginal-, Anal- oder auch Oralverkehr, da die Erreger in allen Schleimhäuten zu finden sind. Doch allzu oft siedeln sich die Chlamydien auch im Körper an, ohne dass Symptome deutlich spürbar auftreten.
DGGG empfiehlt regelmäßiges Chlamydien-Screening
Nicht nur bei auftretenden Symptomen sollte man sich deshalb auf Chlamydien untersuchen lassen, sondern als Frau im gebärfähigen Alter auch regelmäßig präventiv, empfiehlt die DGGG. So können schlummernde Infektionen rechtzeitig entdeckt werden, bevor es zu einer gefährlichen Eileiterentzündung kommen kann.
Als erster Test dient die Untersuchung von Harn und Abstrich auf Antikörper hin, bei Verdacht werden auch Bakterienkulturen angelegt. Selbstverständlich sind diese Untersuchungsverfahren auch bei Männern möglich und angeraten, denn auch ihnen kann durch eine Clamydien-Infektion und eine resultierende Entzündung von Harnröhre, Prostata, Nebenhoden eine Unfruchtbarkeit drohen.
Leider werden die Kosten für derartige präventive jährliche Screenings nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen, so dass man die Kostenfrage beim Arzt vorher ansprechen sollte.
Chlamydien-Behandlung durch Antibiotika
Die Behandlung einer erkannten Chlamydien-Infektion ist in den meisten Fällen mittels Antibiotika schnell geschehen. Die Dauer der Behandlung und die Anwendehäufigkeit hängen vom verwendeten Antibiotikum ab. Dabei sollte darauf geachtet werden, während der Therapiezeit auf Sexualverkehr zu verzichten.
Dass der Partner sich bei einer positiven Diagnose ebenfalls untersuchen lassen sollte, versteht sich von selbst. Zum Thema Prävention lässt sich (wie bei allen anderen Geschlechtskrankheiten auch) eigentlich nur das altbewährte Kondom empfehlen. pm
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