Obst und Gemüse für die Augen

Immer mehr Menschen verbringen viel Zeit vor dem Bildschirm. Ob am Computer oder vor dem Fernseher – wer täglich acht bis zehn Stunden auf den Bildschirm starrt, merkt das an den Augen. Juckende,  brennende oder trockene Augen fühlen sich unangenehm an. Wer aber am Computer arbeiten muss, kommt um viele Stunden vor der Flimmerkiste wohl kaum herum. Kann man die Augen durch geeignete Ernährung unterstützen?

Fast jedes Kind weiß es: Karotten sind gut für die Augen – das ist schließlich das zeitlose Argument der Eltern, die ihren Kindern die ungeliebten gekochten Mohrrüben eintrichtern wollen. Nur wegen der Karotten braucht der Osterhase keine Brille und sieht so genau, wo die Kinder wohnen, denen er Eier und Süßigkeiten schenken will.

Wenn Klein-Michael oder Klein-Lena dann nachfragen, ob die Eulen und Adler mit ihren guten Augen auch Möhren knabbern, gerät so mancher in argumentative Schwierigkeiten. Was ist dran an der Behauptung? Kann man mit den orangefarbenen Wurzeln (oder sonstigen Nahrungsmitteln) die Augen wirklich stärken?

Vitamin-Mangel? Vitamine und die Gesundheit

Faktum ist: Wenn der Körper über längere Zeit einen Mangel an bestimmten Nährstoffen leidet, wirkt sich das auf Dauer auf die Gesundheit aus. Vitaminmangel zeigt sich relativ bald. Und je nachdem, an welchen Vitaminen der Körper Bedarf hat, zeigen sich unterschiedliche typische Symptome.

Wer massenweise Vitaminpräparate einwirft, in der Hoffnung, dadurch sehr gesund zu bleiben, kann allerdings eine unangenehme Überraschung erleben. Unkontrollierte und übermäßige Vitaminzufuhr kann ihrerseits Krankheiten auslösen. Vor allem die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, die sich im Körper anreichern, können bei Überdosierung zu ernsthaften Problemen führen.

Klassisches Beispiel für eine Vitamin-Überdosierung: die Eskimo aßen keine Eisbärleber mit der Begründung, sie sei giftig. Was so mancher Polarforscher nicht glauben wollte – und mit Kopfweh, revoltierendem Magen oder sogar dem Tod büßen musste. Die Ursache: Eisbärleber enthält Vitamin A in großen Mengen. Dennoch ist Vitamin A außerordentlich wichtig.

Vitamin A wie Augenvitamin für Sehpurpur und das Sehen

Eines der wichtigsten Vitamine für das Auge und das Sehen ist Vitamin A. In bestimmten Augenzellen, den Stäbchen, wird es zu Sehpurpur umgewandelt. Sehpurpur zerfällt, wenn er von Licht getroffen wird. Dabei entsteht ein elektrisches Signal, das im Gehirn den Sehreiz auslöst. Bekommt der Körper zu wenig vom Sehvitamin, kann er nicht ausreichend Sehpurpur bilden. Da das Stäbchensehen vor allem in der Dunkelheit wichtig ist, kann jemand mit Vitamin-A-Mangel nachtblind werden, d. h. er sieht im Dunkeln schlecht oder gar nicht.

Karotten liefern eine Vorform des Vitamin A, das Beta Carotin. Es verleiht Möhren und auch anderen gelben oder orange-rötlichen Früchten und Gemüsen ihre Farbe. Der Körper kann aus Betacarotin in Verbindung mit Fett selbst Vitamin A herstellen, deshalb wird es auch Provitamin A genannt. Außer Karotten enthalten auch andere Früchte und Gemüse Beta Carotin bzw. Vitamin A, z. B. Brokkoli, Spinat, Feldsalat, Nektarinen, Aprikosen oder Honigmelone.

Leber und Lebertran, den so manche(r) wohl noch aus Kindertagen in übelschmeckender Erinnerung hat, Butter und das Gelbe vom Ei sowie Meeresfische enthalten größere Mengen an Vitamin A.

Kein Rost für’s Auge, lieber Antioxidantien: Vitamine C und E für die Augen

Hochreaktive freie Sauerstoff-Radikale, die z.B. durch UV-Licht entstehen, werden von den Vitaminen C und E im Auge ausgebremst. Eine ausreichende Versorgung mit dem wasserlöslichen Vitamin C, das im Auge in etwa 40 bis 50-fach höherer Konzentration enthalten ist als sonst im Körper, scheint auch dem gefürchteten grauen Star, einer Trübung der Linsen, vorzubeugen. Übrigens soll eine vollwertige Ernährung insgesamt das Risiko für grauen Star senken, berichtet die „Apotheken Rundschau“, wie hier nachzulesen.

Vitamin C ist in vielen Obstsorten enthalten, z. B. in Zitrusfrüchten, aber auch in Blumenkohl und rotem Paprika. Sanddorn gehört zu den einheimischen Beeren, die die höchste Vitamin-C-Konzentration enthalten, deutlich höher noch als Zitronen. Ein leckerer Sanddornquark ist also auch gut für die Augen. Reichlich Vitamin E liefert z. B. das kostbare marokkanische Arganöl, aber auch in Olivenöl und Maiskeimöl findet es sich, ebenso in grünem Blattgemüse, in Eiern und in Mandeln.

Fazit: Wer sich abwechslungsreich ernährt und viel möglichst frisches Obst und Gemüse zu sich nimmt, tut seinen Augen ganz sicher etwas Gutes und kann auf Vitaminpräparate meist getrost verzichten. Und wer glaubt, Symptome von Vitaminmangel bei sich festgestellt zu haben, sollte das doch einfach mal vom Hausarzt oder der Hausärztin untersuchen lassen – bevor man konzentrierte Vitamine einwirft.

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