Sanddorn (Hippophae rhamnoides) – Wildobst mit Wirkung gegen Schnupfen und Erkältung

Sanddorn – Wildfrüchte, die als einheimische Vitamin C-Bombe gegen den herbstlichen Schnupfen gerade richtig reifen. Wer schon einmal auf der Ostseeinsel Hiddensee unterwegs war, ist ihm garantiert begegnet: dem Sanddorn. Im Sommer blinken seine silbriggrünen, weidenartigen Blätter in der Sonne, im Herbst und Winter leuchten die orangeroten Beeren schon von weitem. Sanddorn oder Hippophae rhamnoides, wie er botanisch heißt, wird auf Hiddensee für vielerlei Zwecke genutzt.

In der Gemarkung ‚Dornbusch’ im Norden der Insel beherrscht der Sanddorn die Flora. Wer den dornigen Strauch aus der Familie der Ölweidengewächse hier wuchern sieht, verwundert sich nicht darüber, dass er auch Dünendorn, Stranddorn, Seedorn oder Haffdorn genannt wird. Solange er genug Licht bekommt, ist der Sanddorn ein zäher und genügsamer Strauch.

Verwandt mit der Berberitze, stammt der Sanddorn ursprünglich wohl aus Asien, genauer aus Nepal – in Tibet wächst er bis in Höhen von über 5.000 Metern. Seit der Eiszeit wanderte der Strauch gen Westen bis nach Europa ein.

Sanddorn: Kraftpaket voller Vitamine, Mineralien und Spurenelementen

Von Anfang August bis in den Dezember hinein reifen die leuchtend orangefarbenen bis gelben Beeren, die dicht gedrängt an den Ästen sitzen. Sanddornbeeren haben den höchsten Vitamin-C-Gehalt unter den einheimischen Früchten, zudem enthalten sie weitere Radikalenfänger wie die Antioxidantien Vitamin E und Beta-Carotin – daher auch die schöne orangegelbe Farbe – sowie einige B-Vitamine (B1, B2, B6, B12), denen man positive Wirkung auf die Nerven zuschreibt.

Auch mit Mineralien und Spurenelementen wie Magnesium, Kalzium, Eisen, Bor und Mangan kann der Sanddorn dienen sowie mit sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoide, Phytosterine, Polyphenole) und essentielle Fettsäuren.

In Russland nannte man Sanddorn auch die „Ananas Sibiriens“ und verwendete Sanddornöl zur Pflege von Hautverletzungen, die Tibeter setzte ihn als Heilmittel ein bei Verdauungsstörungen, Lungenproblemen und anderen Beschwerden.

Sanddorn: Anbau und Ernte

Ende der 1960-er Jahre begann man in der DDR, den vitaminreichen Sanddorn gezielt anzubauen. In Frankreich, Italien und vor allem in Russland und China, wo er seit 1977 offiziell als Arzneipflanze geführt wird, wird er ebenfalls kommerziell genutzt. Trend steigend, seit seine Eignung für die Kosmetikindustrie bekannt wurde.

Doch die Ernte der Beeren ist mühsam, nicht nur wegen der dornigen Zweige, sondern weil die Beeren sehr dünnhäutig sind und leicht platzen, so dass das weiche Fruchtfleisch ausläuft. Eine klebrige Angelegenheit. Aber die Mühe lohnt sich.

Sanddorn Rezepte – für innen und außen

Die Beeren des Sanddorns sind aromatisch, dabei aber wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts recht sauer und haben eine leicht bittere Note. Deshalb werden sie meist nicht roh gegessen, sondern zu Alkoholika wie Sanddorngeist oder Sanddornlikör, dicklicher Fruchtsaft oder Marmelade verarbeitet, mit dem Mus würzt man andere Speisen. Wie die Schlehen schmecken auch Sanddornbeeren nach dem ersten Frost milder.

Auf Hiddensee verarbeitet man die Wildfrüchte z. B. zu Sanddorneis oder Sanddornkuchen. Im Havelland keltert man Sanddornwein. In Finnland und Lappland stellt man traditionell ein Fruchtmus aus Sanddorn her und nutzt die Beeren als Würze für Fleischbrühe. In Frankreich stellt man Bonbons aus Sanddorn her, mittlerweile gibt es aber auch Kekse, Fruchtschnitten und alles mögliche andere Naschwerk angereichert mit Mus aus Sanddornbeeren.

Doch nicht nur als Leckerei, sondern auch als Volksheilmittel sind die Sanddornbeeren bewährt. Man kann aus den Beeren einen Tee brauen oder den Saft aus den ganzen Früchten mit warmer Milch und Honig genießen – beides soll gegen Schnupfen und Erkältungen helfen. Hier stehen einige Rezepte mit Sanddorn.

Wenn man frische Sanddornfrüchte vorsichtig mit etwas Wasser weichdünstet und das durchpassierte Sanddornmark im Verhältnis 1:1 mit Honig vermischt, erhält man Sanddornhonig. Den kann man vorbeugend gegen Erkältungen zu sich nehmen – und Kinder mögen ihn meist auch, weil er einfach lecker schmeckt.

Sanddornöl wird heutzutage in vielen Kosmetik-Pflegeserien verwendet, sein zarter Duft, sein Reichtum an Carotinoiden und Vitaminen machen es zu einem idealen Pflegeöl. Wer genauer wissen will, welche Vitamine Sanddorn enthält, findet hier eine ausführliche Liste. Vor allem in der Naturkosmetik setzt man das orangene Sanddornöl gern ein, die Bio-Kosmetikfirma Weleda hat eine ganze Sanddorn-Pflegeserie auf Basis von Sanddorn Öl entwickelt, darunter eine wunderbar duftende Sanddorn Handcreme.

Rezept: Sanddornmarmelade selbermachen

Sanddornmarmelade ist einfach selberzumachen: Man nehme Sanddornbeeren und Zucker im Verhältnis 2:1. Die Beeren in wenig Wasser kochen, bis sie weich sind, den Zucker dazugeben und dick einkochen – fertig. Schmeckt köstlich als Brotaufstrich, in Joghurt oder Quark eingerührt oder mit Milch.

Lecker klingt auch dieses Rezept für Kürbis-Sanddornmarmelade, das ist sicher eine Sinfonie in Orange…

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