Der Granatapfel: gesund und erfrischend, reich an Antioxidantien

Granatapfel - gesund und erfrischend (Foto © MS)
Granatapfel – gesund und erfrischend (Foto © MS)

Form und Farbe seiner Kerne, erinnern an den Halbedelstein Granat – oder umgekehrt? Der Granatapfel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen, die seit fünf Jahrtausenden von den Menschen gehegt und gepflegt werden. Ursprünglich war er in Asien zuhause, heute gedeiht der gesunde Granatapfel, der wegen seiner zahlreichen Kerne früher als Symbol für Fruchtbarkeit galt, jedoch vor allem im Mittelmeerraum und im nördlichen Afrika.

Der Granatapfel (Punica granatum L.) ist rund wie ein Apfel, und seine Samen sind in kleine Pakete aus leuchtend dunkelrotem, saftigem Fruchtfleisch gehüllt. Man schätzte ihn in Deutschland schon im 16. Jahrhundert.

Der Botaniker Hieronymus Bock (1498–1554) beschreibt ihn folgendermaßen „die runden öpffelein seind durchauß mit safftigen rothen harten kernlein außgefüllt / je eins am anderen / gantz echt / anzusehen / als die edelen Granaten steinlein“ und nennt ihn „ein lustig holdseliges Obs“.

Granatapfelbäume können sehr alt werden: In den Herrenhäuser Gärten kann man einen Granatapfel bewundern, der 1653 aus Venedig als Kübelpflanze eingeführt wurde und in der Orangerie noch immer prächtig grünt, blüht und Früchte trägt.

Die Wirkung von Granatapfel – traditionelles Heilmittel

In der Volksmedizin des 16. Jahrhunderts werden die Granatapfelschalen als Heilmittel gegen Würmer genutzt, wie Hieronymus Bock überliefert: „Constantinus schreibet / so man der Granaten schelet im Wein kocht / und denselben zu trincken gibt / der soll alle Würm im Leib tödten und außtreiben“.

Im Ayurveda schätzt man den Granatapfel als kühlend und entzündungshemmend. Er ist reich an Kalium und Vitamin C und enthält zahlreiche Polyphenole wie z. B. Punicalagin, Ellagsäure und Gallussäure. Der Granatapfel wird seit einigen Jahren auf seine möglicherweise krebshemmende Wirkung untersucht, die an Zellkulturen schon erfolgversprechende Ergebnisse liefert, genaueres erfährt man hier.

Granatapfel essen – wie gehts? Granatapfelsaft zubereiten oder Kerne pulen ist hier die Frage

Vor den Genuss der saftigen, süßlich-herben und erfrischenden Granatapfelkerne haben die Götter die Arbeit gesetzt: Die orange bis rot gefärbte Schale um die saftigen Segmente ist ledrig und zäh, und das Obst ohne Verluste von den ebenfalls zähen weißen Zwischenwänden zu befreien ist schier unmöglich. Doch es lohnt die Mühe.

Wer es sich leicht machen will und nur den erfrischenden Saft gewinnen möchte, schneidet die Frucht einfach in der Mitte durch und drückt sie auf einer Zitronen- oder Orangenpresse aus – voilá, fertig ist ein köstlicher Fruchttrank. Doch um an die Kerne zu gelangen, muss man den Granatapfel schälen.

Wenn man die Kerne vollständig herauslösen möchte, ritzt man mit einem scharfen Messer die Schale einmal rundum an und bricht die beiden Hälften mit einer drehenden Bewegung auseinander. Nun kann man die Kerne herauspulen.

Oft wird empfohlen, das mit einem Löffel zu machen – wir empfehlen stattdessen, die Finger zu bemühen. Sie nehmen zwar etwas Farbe an, sind aber dennoch die besten weil feinfühligsten Werkzeuge, um die zarten Fruchtfleischstückchen zwischen den Trennwänden herauszuklauben.

Vorsicht ist übrigens sowohl beim Auspressen als auch beim Entkernen geboten: Schale und Saft enthalten reichlich Gerbsäure und wurden nicht von ungefähr zum Wollefärben verwendet. Wer also seine Kleidung liebt, wird beim Saftpressen entweder Schwarz oder sonstige dunkle Farben tragen oder eine Schürze beziehungsweise Arbeitskleidung, der ein paar hartnäckige Flecken nichts ausmachen.

Grenadine – der Sirup des Granatapfels

Kocht man den Saft mit Zucker zu einem Sirup, erhält man die berühmte Grenadine, die vielen Cocktails, etwa dem ‚Tequila Sunrise’ oder der ‚Pink Lady’ das besondere Etwas verleiht, sich aber auch als Sauce für Vanillepudding hervorragend eignet.

Doch auch pikanteren Speisen verleiht der Granatapfel eine spritzige Frische, er macht sich beispielsweise sehr gut im Salat – hier gibts ein Rezept für Feldsalat mit Granatapfelkernen. Der Gärtnerblog hat einen Granatapfel-Koch-Event gestartet, dort gibts weitere Links zu Rezepten.

© MS

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