Osteopathie – Heilkunst durch die Hände: Blockaden lösen, Selbstheilungskräfte anregen

Ist Osteopathie ist eine alternative Behandlungsform, bei der ohne Medikamente therapiert wird. Therapiewerkzeug der Osteopathie sind die Hände des Behandlers. Ihr zugrunde liegen Erkenntnisse, die auf den amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828–1917) zurückgehen, der bereits in den 1870er Jahren einige grundsätzliche Überlegungen zur Gesundheit und vor allem zur Krankheits-Prävention anstellte.

Er forderte, Krankheiten und Beschwerden nicht isoliert zu betrachte, vielmehr müssten alle Körperteile und auch die Psyche als Einheit gesehen und behandelt werden.

Still ging davon aus, daß die Selbstheilungskräfte und das Immunsystem des Menschen in einem gesunden Körper, der sich im Gleichgewicht befindet, gemeinsam mit Herausforderungen, Belastungen und Infekten fertig werden.

Die Funktionen und die Strukturen des Körpers, so stellte er fest, beeinflussen sich gegenseitig: Falsche Haltungen führen so beispielsweise langfristig zu anatomischen Veränderungen.

Den natürlichen Fluss der Kräfte im Körper wiederherstellen

Aus diesen Leitsätzen heraus entwickelte sich das Therapiekonzept der Osteopathie: Ein verschobenes Gleichgewicht im Körper muss wieder hergestellt werden, damit die Selbstheilungskräfte wirken können.

Einschränkungen, Blockaden und Störungen im Körperbau werden sanft mit den Händen lokalisiert und beseitigt, damit der Bewegungsapparat wieder flüssig funktioniert. So werden auch der Blutfluss und der Kreislauf wieder in Schwung gebracht – für ein gesundes Funktionieren von Organen, Muskeln und Verdauungssystem unabdingbar.

Durch das sanfte Lösen von Gelenk- und Muskelblockaden können so nicht nur Rückenschmerzen und Störungen des Bewegungsapparates, sondern beispielsweise auch Atemprobleme, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen oder Tinnitus positiv beeinflusst werden.

Mehrmalige etwa 45 – 60 Minuten dauernde Behandlungen sind nötig. Häufig kommt es nach vier Sitzungen zu deutlichen Besserungen, aber der Verlauf ist natürlich individuell unterschiedlich.

Osteopathie in der Kinderheilkunde: Den ersten Schritt ins Leben überwinden helfen

Auch im Bereich der Kinderheilkunde wird Osteopathie erfolgreich angewandt: Gerade in den ersten Lebensmonaten leiden Babys häufig unter einem Geburtstrauma. Während der Geburt mit ihren großen körperlichen und seelischen Belastungen entstehen zahlreiche Verspannungen und Blockaden im zarten Knochen- und Muskulatursystem.

Wie häufig mag wohl das allgemeine Unwohlsein so genannter „Schreibabys“ eine Folge dieser Verschiebungen innerhalb des körpereigenen Gleichgewichts sein? Der Osteopath ertastet Blockaden und Verschiebungen an Wirbelsäule, Becken und am Kopf und löst sie mit behutsamen Bewegungen auf.

Wenn kleine Babys ständig schreien, eine Körperseite deutlich anders (oder deutlich weniger) bewegen oder keine Symmetrie im Körper haben, kann eine osteopathische Behandlung ihnen Linderung verschaffen, wie dieser Beitrag bei familie.de verdeutlicht.

Die Ausbildung zum Osteopathen

Osteopathische Ausbildungen werden an verschiedenen Privatschulen angeboten. Sie bauen auf einer bereits erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung als Arzt, Physiotherapeut, Masseur oder Heilpraktiker auf und werden meist berufsbegleitend über vier bis sechs Jahre durchgeführt.

Auch die Möglichkeit einer fünfjährigen Vollzeitausbildung besteht, wobei parallel auf die Abschlussprüfung als Heilpraktiker vorbereitet wird. Die Kosten für osteopathische Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Private Kassen beteiligen sich teilweise, auch eine Zusatzversicherung kann hilfreich sein.pm

Weitere Informationen

Verband der Osteopathen Deutschland

Verband der Osteopathie Schule Deutschland (VOSD)

Deutsche Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM)

Deutsche Gesellschaft für Kinderosteopathie (DGKO)

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