Erinnern Sie sich mal kurz an Ihre Kindheit zurück… Hat das Essen von Oma nicht viel besser geschmeckt? Das heutige Gemüse ist oft einfach nicht mehr so lecker wie früher. Sie möchten wieder ein Geschmackserlebnis auf Ihren Teller zaubern? Dann lesen Sie einfach weiter…
Durch die industrialisierte Produktionsweise werden mittlerweile nur noch ungefähr 150 Pflanzenarten für unsere Ernährung angebaut. Durch die Züchtung auf bestimmte Eigenschaften wie Optik und Haltbarkeit hin sowie beschleunigtes Wachstum mit Hilfe von Düngemitteln haben viele Obst- und Gemüsesorten an Geschmack verloren. Die Lagerfähigkeit ist verbessert worden, aber der Geschmack ist bei der Züchtung leider in Vergessenheit geraten.
Seit einigen Jahren haben Gourmetrestaurants und Sterneköche jedoch wieder alte, traditionelle Gemüsesorten neu entdeckt. Ein solches Erlebnis für die Geschmacksknospen können Sie sich auch ganz schnell zu Hause zaubern. Wie wäre es mit einem köstlichen Gartengemüseeintopf aus Kichererbsen, Mangold, Pastinaken und Tomaten? Diese Gerichte munden nicht nur besser, sondern sind auch förderlich für die Gesundheit. Die alten Sorten enthalten häufig mehr Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe als die hochgezüchteten Sorten, die überall angeboten werden.
Mit Omas alten Gemüsesorten können Sie auf Nahrungsergänzungsmittel und Geschmacksverstärker verzichten. Die Gemüsesorten sind von Natur aus sehr reich an Nährstoffen und Vitaminen und eine Gaumenfreude für Dich und Deine Familie.
Kennen Sie Einlegegurken, Grünkohl der Sorte Holter Sonne, Mangold, Petersilienwurzeln, Scheerkohl, Topinambur, polnische Riesentomaten, Schwarzwurzeln oder Steckrüben, um nur einige zu nennen?
Wir stellen Ihnen hier ein paar Besonderheiten vor:
- Pastinaken ähneln vom Aussehen der Wurzelpetersilie. Ihnen werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen für Blase, Niere, Magen, Schlaf, Verdauung und Potenz zugeschrieben.
- Alte Möhrensorten, die man z. B. bei ‚Lila Tomate‚ findet, enthalten viel mehr Provitamin A als neuere Möhrensorten.
- Ein aktueller Trend ist eine Gemüsepfanne mit Scheerkohl oder Mangold. Schneiden Sie die Blätter in Streifen. Mit etwas Knoblauch und Öl werden die Blätter etwas angedünstet. Salz zugeben und kurz ziehen lassen, danach bei höherer Temperatur kurz anbraten und mit Öl abschmecken.
- Topinambur wird ähnlich wie Kartoffeln verwendet. Vor hundert Jahren gehörte Topinambur zu den Grundnahrungsmitteln in Deutschland. Im Sommer blüht er ähnlich wie eine Sonnenblume, im Herbst kann man die artischockenähnlich schmeckenden Knollen ernten, die auch für Diabetiker geeignet sind, wie der Diabetes-Ratgeber informiert. Das in den Topinamburknollen enthaltene Inulin, ein Mehrfachzucker, beeinflusst den Blutzuckerspiegel nämlich nicht.
Ein großes Angebot von heutzutage eher seltenen Gemüsesorten findet man noch auf Biomärkten, Biohöfen oder regionalen Wochenmärkten. Dort bekommt man meist auch leckere Rezeptempfehlungen mitgeliefert. In vielen Städten kannt man sich auch eine Biokiste im Abo nach Hause bestellen.
Wer einen Garten hat, baut sich die alten Sorten einfach selbst an. Da die Pflanzen nicht überzüchtet sind, hat man im Normalfall auch weniger Probleme mit Schädlingen auf den Pflanzen. Die Pflanzen sind widerstandsfähiger und auch optisch eine Besonderheit im Garten.
In Deutschland gibt es Vereine wie z. B. VERN oder der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt, die alte Kultursorten bewahren möchten. Dort bekommen Sie Saatgut oder teils auch Jungpflanzen für ein neues Geschmackserlebnis.
*** Dieser Text ist ein Beitrag von gartenwelt.de ****
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